Seit über 30 Jahren begleiten mich Labradore.
Mein erster Labrador war Kaba.
Ein Chocolate Lab.
Und ganz ehrlich?
Als sie zu uns kam, war sie ein kleines dickes Klötzchen. 😄
Verfressen war sie ihr Leben lang.
Diät kannte sie gut.
Nicht freiwillig natürlich.
🐾 Kaba dachte:
„Wenn ich es riechen kann, kann ich es essen.“
Trotzdem war Kaba alles andere als ein gemütlicher Sofahund.
Sie hatte diese typische Labrador-Grundpower.
Diese Energie, die irgendwo immer vorhanden ist.
Nur zeigte sie sich bei ihr anders.
Ruhiger.
Gelassener.
Weniger hektisch.
Aber definitiv vorhanden.
Kaba und das Wasser
Wenn es um Wasser ging, war allerdings Schluss mit gemütlich.
Kaba war wasserverrückt.
Wirklich.
Sie ging sogar in zugefrorene Teiche.
Dort klopfte sie sich mit den Pfoten kleine Rinnen ins Eis, damit sie schwimmen konnte.
Ja.
Du hast richtig gelesen. 😄
Und als wäre das noch nicht genug, kam ich eines Tages nach Hause und hörte Wasser im Badezimmer.
Viel Wasser.
Kaba war in die Badewanne gesprungen, hatte sich vermutlich mit der Pfote den Einhebel-Wasserhahn geöffnet und spielte fröhlich im Wasser.
Zum Glück hatte sie nicht auf den Stöpsel getreten.
Sonst wäre unser Badezimmer vermutlich zum Hallenbad geworden.
🐾 Kaba dachte sicher:
„Ich habe nur etwas Wellness gemacht.“
Dann kamen Maja und Elina
Viele Jahre später zogen Maja und Elina bei uns ein.
Und genau hier wird es spannend.
Denn Elina stammt vom gleichen Züchter wie damals Kaba.
Maja dagegen von einem ganz anderen Züchter.
Eigentlich könnte man erwarten, dass Elina Kaba ähnlicher ist.
Aber genau das Gegenteil ist der Fall.
Denn Maja erinnert mich bis heute viel stärker an Kaba.
Elina dagegen ist … nun ja …
👉 Elina.
Maja – gemütlich, bis jemand den Schalter umlegt
Viele Menschen halten Maja für die Ruhige.
Und ja.
Sie liebt Sofas.
Sie liebt Menschen.
Und sie liebt Essen.
Vor allem Essen.
Nicht ohne Grund heißt sie bei uns:
👉 Taschendieb.
Denn Maja hat die erstaunliche Fähigkeit entwickelt, Leckerchen direkt aus Jackentaschen zu organisieren.
Fast lautlos.
Fast professionell.
🐾 Maja denkt:
„Wenn Du die Leckerchen trägst, kann ich sie auch holen.“
Wer Maja allerdings nur auf dem Sofa erlebt, kennt nur die halbe Wahrheit.
Denn sobald sie eine Aufgabe bekommt, verändert sie sich komplett.
Wenn irgendwo ein Dummy liegt, den sie suchen soll?
Dann rast sie los.
Schnell.
Ausdauernd.
Konzentriert.
Bei Maja wirkt alles überlegt.
Fast so, als hätte sie vorher einen Plan erstellt.
🐾 Maja denkt:
„Ich weiß genau, wo ich suchen muss.“
Und das stimmt sogar.
Elina – Vollgas mit System
Elina macht keine Pläne.
Zumindest wirkt es so. 😄
Wenn ein Dummy fliegt, gibt es bei ihr nur eine Reaktion:
👉 LOS!
🐾 Elina denkt:
„ICH HAB IHN GESEHEN!“
Und weg ist sie.
Hin.
Zurück.
Quer über die Wiese.
Noch einmal zurück.
Auf den ersten Blick wirkt alles ein bisschen chaotisch.
Bis man merkt:
👉 Auch Elina findet den Dummy.
Und zwar zuverlässig.
Nur eben auf ihre Art.
Maja liebt das Suchen.
Elina liebt das Rennen.
Und genau daran sieht man bereits, wie unterschiedlich Labradore sein können.
Der größte Unterschied: Elinas „Will to Please“
Wenn ich die größte Besonderheit von Elina beschreiben müsste, wäre es nicht ihre Geschwindigkeit.
Es wäre ihr Bedürfnis, etwas für mich zu tun.
Immer.
Während Maja durchaus entspannen kann und Kaba das Leben eher gelassen genommen hat, scheint Elina ständig auf der Suche nach ihrer nächsten Aufgabe zu sein.
Und wenn keine Aufgabe da ist?
Dann erfindet sie eine.
🐾 Elina denkt:
„Keine Sorge. Ich habe schon etwas gefunden.“
Dieses Verhalten nennt man beim Labrador oft:
👉 Will to Please
Der Wunsch, mit dem Menschen zusammenzuarbeiten.
Zu helfen.
Zu gefallen.
Bei Elina ist dieser Wunsch so ausgeprägt, dass er manchmal sehr kreative Formen annimmt.
Plötzlich verschwinden:
👉 Socken
👉 Kissen
👉 Fernbedienungen
👉 Schuhe
Nicht aus Bosheit.
Nicht weil sie etwas kaputt machen möchte.
Sondern weil Elina fest davon überzeugt ist, dass diese Dinge irgendwo gebraucht werden könnten.
Tatsächlich bringt sie damit eine Eigenschaft mit, die ich bei all meinen Labradoren beobachten konnte:
👉 das sogenannte weiche Maul.
Labradore wurden ursprünglich dafür gezüchtet, Wild für den Jäger zu apportieren.
Dabei sollten sie das Wild vorsichtig aufnehmen und unbeschädigt zurückbringen.
Genau deshalb tragen viele Labradore Gegenstände erstaunlich sanft.
Kaba konnte das.
Maja kann das.
Und Elina natürlich auch.
Wer selbst mit einem Labrador lebt, kennt das vielleicht:
👉 Schuhe werden getragen.
👉 Socken werden getragen.
👉 Dummys werden getragen.
Und manchmal auch Dinge, von denen man gar nicht wusste, dass sie plötzlich transportiert werden müssen. 😄
🐾 Elina denkt:
„Ich passe nur darauf auf.“
Wenn ich etwas suche, schaue ich inzwischen oft zuerst in ihr Körbchen.
Und das Verrückte daran?
Wenn ich sie losschicke, findet sie diese Dinge immer wieder.
Sie bringt tatsächlich genau das, wofür ich sie losgeschickt habe.
🐾 Elina denkt:
„Ich habe das nicht weggenommen. Ich habe es nur woanders hingebracht.“
👉 Warum meine Socken inzwischen manchmal woanders wohnen, erzähle ich hier:
Will to Please – warum meine Socken jetzt woanders wohnen
Was hat das mit Arbeitslinie und Showlinie zu tun?
Natürlich habe ich mich schon vor vielen Jahren mit den unterschiedlichen Labrador-Linien beschäftigt.
Denn wer einmal Labrador-Fan geworden ist, landet früher oder später automatisch bei diesem Thema.
Grundsätzlich unterscheidet man häufig zwischen:
👉 Arbeitslinie (Field-Trial-Linie)
👉 Showlinie (klassische Linie)
Die Arbeitslinie wurde vor allem für die Jagd und die Zusammenarbeit mit dem Menschen gezüchtet.
Typisch sind:
🐾 leichterer Körperbau
🐾 hohe Ausdauer
🐾 viel Bewegungsfreude
🐾 starke Arbeitsmotivation
🐾 ausgeprägter Will to Please
Die klassische Showlinie wirkt dagegen oft etwas ruhiger.
Typisch sind:
🐾 kräftigerer Körperbau
🐾 breiterer Kopf
🐾 gelasseneres Temperament
🐾 hohe Familienfreundlichkeit
Aber genau hier wird es interessant.
Denn die Realität ist oft deutlich vielfältiger als jede Beschreibung.
Und wo passen Kaba, Maja und Elina hinein?
Kaba war für mich immer eher der klassische Labrador.
Kräftig.
Gemütlich.
Verfressen.
Und trotzdem voller Energie.
Maja erinnert mich bis heute in vielen Punkten an sie.
Dabei stammt sie von einem ganz anderen Züchter.
Elina dagegen stammt vom gleichen Züchter wie Kaba.
Trotzdem zeigt sie viele Eigenschaften, die man eher mit Arbeitslinien verbindet.
Mehr Tempo.
Mehr Arbeitsfreude.
Mehr „Ich brauche eine Aufgabe“.
Und genau deshalb finde ich die Diskussion um Arbeitslinie und Showlinie zwar spannend – aber oft auch etwas zu einfach.
Warum ich Standardzuchten so spannend finde
Sowohl Kaba als auch Elina stammen aus einer sogenannten Standardzucht.
Und genau das zeigt für mich etwas Wichtiges:
👉 Nicht jeder Labrador passt perfekt in eine Schublade.
Manche Hunde bringen mehr Eigenschaften der klassischen Linie mit.
Andere zeigen deutlich mehr Arbeitslinien-Tendenzen.
Und manche vereinen beides.
Genau deshalb kann man einen Labrador nie allein anhand seiner Linie beurteilen.
Man muss den Hund anschauen.
Seinen Charakter.
Seine Vorlieben.
Seine Persönlichkeit.
Wasser verbindet sie alle
So unterschiedlich die drei auch sind:
Bei einer Sache waren sie sich immer einig.
👉 Wasser ist großartig.
Kaba liebte Wasser.
Maja liebt Wasser.
Und Elina sowieso.
Allerdings zeigt sich auch das wieder unterschiedlich.
Maja planscht gerne.
Elina würde am liebsten den ganzen Tag schwimmen.
Und Kaba hätte vermutlich direkt die Badewanne organisiert. 😄
👉 Warum Labradore Wasser so lieben und weshalb man mit ihnen selten trocken bleibt, kannst Du hier lesen:
Warum Labradore Wasser lieben (und warum Du nie trocken bleibst)
Und dann wäre da noch das Thema Futter …
Eine Sache haben allerdings alle drei gemeinsam:
👉 Futter ist wichtig.
Sehr wichtig.
Kaba kämpfte ihr Leben lang mit ihrem Gewicht.
Und ganz ehrlich?
Das überrascht mich bis heute nicht.
Denn Labradore haben ein besonderes Talent:
👉 Sie finden Essen.
Immer. 😄
Maja hat dieses Talent perfektioniert.
Einkaufstüten werden kontrolliert.
Jackentaschen überprüft.
Küchenarbeitsplatten aufmerksam beobachtet.
Und wenn irgendwo etwas Essbares auftaucht, ist Maja meistens die Erste, die davon erfährt.
🐾 Maja denkt:
„Vielleicht hat da gerade jemand etwas vergessen.“
Elina steht währenddessen häufig daneben und beobachtet die Situation.
Nicht ganz so entschlossen.
Nicht ganz so zielorientiert.
Eher nach dem Motto:
🐾 Elina denkt:
„Dürfen wir das überhaupt?“
Nicht ohne Grund gelten Labradore als kleine Staubsauger auf vier Pfoten.
Wobei das nicht automatisch bedeutet, dass jeder Labrador zu dick ist.
Ganz im Gegenteil.
Wenn Kaba sehen könnte, welche Futtermengen Maja und vor allem Elina heute manchmal vertilgen, wäre sie vermutlich ziemlich neidisch. 😄
Während ich bei Maja durchaus darauf achten muss, dass sie nicht zu kräftig wird, bekommt Elina oft fast die doppelte Portion.
Und trotzdem bleibt sie schlank.
In Phasen des Fellwechsels bekommt sie sogar zusätzliche Portionen, weil sie sonst manchmal eher wie ein kleiner Windhund aussieht als wie ein Labrador.
Vor allem in ihren ersten drei Lebensjahren habe ich oft scherzhaft gesagt:
👉 „Ob das noch ein richtiger Labrador wird?“
Denn Labradore brauchen einige Zeit, bis sie vollständig ausgewachsen sind.
Und Elina war in dieser Zeit alles:
schnell,
sportlich,
schlank,
und ständig in Bewegung.
Nur eben nicht das, was viele Menschen spontan mit einem Labrador verbinden.
Und genau deshalb zeigt sie für mich so schön, wie unterschiedlich diese Rasse sein kann.
Nicht jeder Labrador kämpft mit seinem Gewicht.
Nicht jeder Labrador ist gemütlich.
Und nicht jeder Labrador passt in die Schublade, die wir gerade geöffnet haben.
Und manchmal entstehen aus dieser Futterliebe trotzdem ziemlich lustige Geschichten.
Zum Beispiel die Sache mit der Butter …
👉 Warum Maja fest davon überzeugt ist, dass alles Essbare eigentlich ihr gehört, erzähle ich hier:
Darf mein Hund Butter essen? – oder: Warum Maja findet, dass alles ihr gehört
Und warum so viele Labradore trotzdem mit ihrem Gewicht kämpfen, obwohl ihre Menschen sich große Mühe geben, erfährst Du hier:
Mein Hund ist zu dick – warum viele Labradore mit ihrem Gewicht kämpfen
Mein Fazit
Nach über 30 Jahren mit Labradoren habe ich eines gelernt:
Es gibt nicht DEN Labrador.
Es gab Kaba.
Es gibt Maja.
Es gibt Elina.
Es gibt Wilma.
Es gibt Manni.
Wenn Du wissen möchtest wer Wilma und Manni sind und warum auch Hunde echte Freunde haben kannst das hier lesen:
👉Beste Freunde auf vier Pfoten – warum manche Hunde einfach zusammengehören
Und jeder dieser Hunde hat mir etwas anderes gezeigt.
Kaba hat mir gezeigt, wie tief meine Liebe zu dieser Rasse geht.
Maja zeigt mir jeden Tag, wie viel Ruhe, Ausdauer und Eigenwilligkeit in einem Labrador stecken können.
Und Elina erinnert mich täglich daran, dass Energie manchmal vier Beine hat und mindestens doppelt so schnell ist wie man selbst. 😄
Genau darum geht es auch hier im Blog.
Nicht um perfekte Hunde.
Nicht um perfekte Erziehung.
Sondern um das echte Leben.
Mit Taschendieb.
Mit Rüpelchen.
Mit all den kleinen und großen Geschichten, die entstehen, wenn zwei völlig unterschiedliche Hunde den Alltag gemeinsam aufmischen.
Denn genau davon erzählt Ehrlich auf vier Pfoten.
Von Maja.
Von Elina.
Von Hundegesundheit.
Von Naturheilkunde.
Von lustigen Missgeschicken.
Von kleinen Erkenntnissen.
Und manchmal auch von Labradoren, die sich heimlich die Badewanne einlassen. 🐾💛

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