Eine Stunde Welpengruppe.
Alle Hunde spielen, lernen, entdecken neue Dinge und sind anschließend müde.
Zumindest theoretisch.
Eine Woche später erzählten die anderen:
👉 „Unser Hund hat danach den ganzen Tag geschlafen.“
Und Maja?
🐾 Maja denkt:
„War nett. Was machen wir jetzt?“
Nach ungefähr 20 Minuten Autofahrt war sie wieder komplett fit.
Für Maja war eine Stunde Welpengruppe offenbar eher:
👉 Aufwärmtraining.
Und trotzdem bin ich bis heute sehr froh, dass sie diese Zeit erleben durfte.
Denn für mich ist eine gute Welpenspielgruppe viel mehr als eine Stunde, in der kleine Hunde miteinander herumtoben.
Ich halte sie für einen wichtigen Baustein in der Entwicklung eines jungen Hundes.
Nicht nur wegen der anderen Hunde.
Sondern wegen all der kleinen Erfahrungen, die ein Welpe dort sammeln kann.
Warum mir die Welpenspielgruppe so wichtig ist
Bevor Maja zu uns kam, hatten wir Jule.
Jule war eine Große Schweizer Sennenhündin.
Vom Wesen her ganz anders als später Maja und Elina.
Sie mochte Menschen.
Sie mochte andere Hunde.
Aber sie war eher zurückhaltend.
Als Jule als Welpe zu uns kam, war sie sehr krank.
Ihr Immunsystem war so schwach, dass wir sie damals von anderen Hunden fernhalten mussten.
Eine Welpenspielgruppe kam deshalb überhaupt nicht infrage.
Natürlich machte ich mir Gedanken.
👉 Würde sie später gut mit anderen Hunden zurechtkommen?
👉 Würde es ihr schwerfallen, neue Situationen kennenzulernen?
👉 Würden wir etwas verpassen, das sich später nur schwer nachholen lässt?
Zum Glück entwickelte Jule sich sehr gut.
Sie wurde ein freundlicher Hund, der andere Hunde und Menschen mochte.
Trotzdem merkte ich besonders in der ersten Zeit:
Neue Situationen waren für sie sehr aufregend.
Neue Menschen.
Neue Hunde.
Unbekannte Orte.
Manchmal war ihre Aufregung so groß, dass der Stress ihr buchstäblich auf den Magen schlug.
🐾Jule – warum sie meinen Blick auf Hundegesundheit verändert hat
Als Maja kam, stand für mich fest: Sie geht in die Welpengruppe
Als Maja bei uns einzog, wollte ich diese Möglichkeit deshalb unbedingt nutzen.
Für mich stand fest:
👉 Maja darf in die Welpenspielgruppe.
Und rückblickend war das für sie genau richtig.
Maja war schon als Welpe so, wie sie heute noch ist:
lustig.
aufgeweckt.
neugierig.
selbstbewusst.
Und ziemlich überzeugt davon, dass die Welt hauptsächlich dafür da ist, entdeckt zu werden.
Neue Menschen?
Spannend.
Neue Hunde?
Noch besser.
Ein unbekannter Gegenstand?
Muss untersucht werden.
Ein neuer Weg?
Los geht’s.
Maja hatte schon als Welpe dieses große Urvertrauen:
Mir passiert schon nichts.
In unserer Welpenspielgruppe wurde nicht nur gespielt
Und genau das fand ich an unserer Hundeschule so gut.
Die Welpen durften natürlich miteinander spielen.
Aber die Stunde bestand nicht einfach darin, mehrere Welpen auf eine Wiese zu setzen und sie eine Stunde lang machen zu lassen.
Sie lernten ganz unterschiedliche Situationen kennen.
Verschiedene Untergründe.
Neue Materialien.
Einen Tunnel.
Ein Bällebad.
Ungewohnte Geräusche.
Andere Menschen.
Andere Hunde.
Kleine Dinge, die für uns völlig alltäglich wirken können.
Für einen Welpen sind sie manchmal eine kleine Weltreise.

Maja mitten im Bällebad – neue Eindrücke, neue Untergründe und natürlich jede Menge Neugier.
Für Maja war das ein riesiges Abenteuer.
Wo andere Welpen vielleicht erst einmal stehen blieben und vorsichtig schauten, war sie häufig schon mittendrin.
Und genau diese Erfahrungen finde ich so wertvoll.
Denn ein Welpe lernt dabei nicht nur:
Ich kann über diesen Untergrund laufen.
Oder:
Ich kann durch diesen Tunnel gehen.
Er lernt noch etwas anderes.
Vertrauen entsteht in kleinen Situationen
Ein Welpe erlebt ständig Dinge zum ersten Mal.
Und wenn etwas neu oder vielleicht sogar ein bisschen unheimlich ist, orientiert er sich auch an seinem Menschen.
Bleibst Du ruhig?
Gibst Du ihm Zeit?
Drängst Du ihn?
Oder bist Du einfach da?
Ich glaube, dass genau in solchen Situationen Bindung entsteht.
Der Welpe erlebt:
Hier ist jemand bei mir.
Hier hält mich jemand fest.
Ich werde nicht einfach allein gelassen.
Und mir passiert nichts.
Für mich ist das ein wichtiger Teil einer guten Welpengruppe.
Der Hund lernt nicht nur die Welt kennen.
Er lernt gleichzeitig:
Ich kann mich auf meinen Menschen verlassen.
Und genau das kann später in vielen anderen Situationen unglaublich wertvoll sein.
Maja und die Sache mit der Ruhe
Natürlich bestand unsere Welpengruppe nicht nur aus Abenteuern.
Denn ein Welpe muss nicht nur lernen, Neues auszuprobieren.
Er muss auch lernen:
👉 wieder herunterzufahren.
In unserer Hundeschule kamen die Welpen deshalb zwischendurch an die Leine.
Dann wurde nicht gespielt.
Dann hieß es:
Warten.
Beobachten.
Zur Ruhe kommen.
Im besten Fall irgendwann entspannt neben seinem Menschen sitzen.
Eine sehr sinnvolle Übung.
Zumindest theoretisch.
Denn dann gab es Maja.
Maja, meine kleine Entfesselungskünstlerin
Ruhe fand Maja in ihrer Welpenzeit eher überbewertet.
Alle Welpen saßen in ihren Geschirren.
Und Maja?
🐾 Maja denkt:
„Gefällt mir nicht. Ich geh dann.“
Und zack – war sie draußen.
Sie hat sich tatsächlich immer wieder aus ihrem Welpengeschirr herausgemogelt.
Nicht aus Angst.
Nicht, weil sie panisch war.
Sondern immer dann, wenn sie fand, dass das, was gerade von ihr erwartet wurde, nicht zu ihrem eigenen Plan passte. 😄
Maja war schon damals meine kleine Entfesselungskünstlerin.
Wenn sie wirklich aus einem Geschirr herauswollte, fand sie einen Weg.
Später war genau das der Grund, warum wir für sie auf ein Panik- beziehungsweise Sicherheitsgeschirr umgestiegen sind.
🐾 Maja – meine kleine Entfesselungskünstlerin (und warum sie ein Panikgeschirr trägt)
Gerade in der Welpengruppe war deshalb das Thema Ruhe für sie besonders wichtig.
Nicht immer sofort los.
Nicht immer dorthin, wo gerade etwas Spannendes passiert.
Auch einmal warten.
Beobachten.
Und aushalten, dass die anderen spielen, während man selbst gerade Pause hat.
Für Maja war das wahrscheinlich eine der schwierigsten Übungen überhaupt.
Auch die Trainingsleine war schon dabei
Wenn ich heute Bilder aus dieser Zeit anschaue, entdecke ich Dinge, die uns später noch lange begleitet haben.
Zum Beispiel unsere Trainingsleine.
Auf einem der Bilder aus der Welpengruppe sieht man sie bereits.
Damals war sie einfach Teil unseres Trainings.
Später wurde sie bei Maja noch ziemlich wichtig.

Maja in der Welpengruppe – neue Situationen und schon damals mit Trainingsleine unterwegs.
👉Trainingsleine beim Hund – Warum sie Maja und Elina ganz unterschiedlich geholfen hat.
Auch im Spiel musste Maja Grenzen kennenlernen
Maja war schon als Welpe ziemlich draufgängerisch.
Und Labradore spielen oft körperlich.
Sie rennen.
Sie rempeln.
Sie werfen sich ins Spiel.
Sie können unglaublich albern sein.
„Labradore spielen einfach anders“
Deshalb fand ich es gut, dass ihr Spiel nicht einfach sich selbst überlassen wurde.
Wenn ein anderer Welpe genug hatte, wurde eingegriffen.
Wenn Maja zu stürmisch wurde, wurde sie gebremst.
Wenn aus einem schönen Spiel Überforderung wurde, gab es eine Pause.
Ich halte wenig von dem Satz:
„Die Hunde regeln das schon unter sich.“
Gerade Welpen müssen nicht alles alleine klären.
Sie brauchen Menschen, die erkennen:
👉 Ist das für beide noch Spiel?
👉 Wird einer bedrängt?
👉 Braucht einer Unterstützung?
👉 Ist jetzt eine Pause sinnvoll?
Auch das gehört für mich zu einer guten Welpenspielgruppe.
Bei Elina war es anders
Als Elina zu uns kam, gab es bei unserer Hundeschule gerade keine klassische Welpenspielgruppe.
Sie kam direkt in die nächste Gruppe.
Bei uns hieß das die erste Klasse.
Und trotzdem hatte Elina etwas, das für sie sehr wertvoll war:
Maja.
Maja war damals ungefähr ein halbes Jahr alt.
Neugierig.
Offen.
Unternehmungslustig.
Und ziemlich überzeugt davon, dass neue Dinge grundsätzlich interessant sind.
Elina war anders.
Sie war vorsichtiger.
Neue Situationen konnten sie schnell aufregen.
Manches machte ihr auch Angst.
Aber sie war nicht allein damit.
Sie orientierte sich sehr stark an mir.
Und sie orientierte sich an Maja.
Wenn Maja irgendwo selbstverständlich hinging, half das Elina oft dabei, sich die Situation ebenfalls anzuschauen.
Wenn Maja etwas untersuchte, konnte Elina erst einmal beobachten.
Und wenn ich ruhig blieb, fand auch Elina irgendwann ihren Weg hinein.
Das war für sie ganz sicher ein großer Vorteil.
Trotzdem glaube ich, dass ihr eine Welpenspielgruppe gutgetan hätte
Nicht, weil Elina ohne Welpengruppe keinen guten Start hatte.
Den hatte sie.
Sie hatte Maja.
Sie hatte mich.
Und sie hatte die Möglichkeit, sich an uns zu orientieren.
Aber gerade weil neue Situationen für sie schnell aufregend waren – und es teilweise bis heute sind – glaube ich, dass ihr diese zusätzliche, gut begleitete Zeit sehr geholfen hätte.
Nicht, damit aus ihr ein anderer Hund geworden wäre.
Das wäre auch gar nicht mein Ziel gewesen.
Elina ist vorsichtiger als Maja.
Das gehört zu ihr.
Aber vielleicht hätte sie früher noch öfter erleben können:
Neue Dinge dürfen aufregend sein.
Ich darf erst einmal schauen.
Ich kann mich an meinem Menschen orientieren.
Ich kann mich auch an einem sicheren Hund orientieren.
Und ich kann mich langsam daran gewöhnen.
Vielleicht hätte ihr genau das noch ein Stück mehr Sicherheit gegeben.
Für mich stärkt eine Welpengruppe auch die Bindung
Das ist vielleicht einer der Punkte, über die am wenigsten gesprochen wird.
In der Welpengruppe lernt nicht nur der Hund.
Auch wir lernen unseren Welpen besser kennen.
Wann ist er neugierig?
Wann wird es ihm zu viel?
Wann braucht er Unterstützung?
Wann darf ich einfach abwarten?
Wann braucht er Abstand?
Und wann braucht er vielleicht nur die Sicherheit:
Du bist da.
Für mich entsteht Bindung nicht dadurch, dass ein Hund immer alles alleine schafft.
Sondern auch dadurch, dass er erlebt:
Wenn ich unsicher bin, kann ich mich an meinem Menschen orientieren.
Jule zeigte trotzdem: Es geht auch ohne Welpengruppe
Jule konnte aus gesundheitlichen Gründen keine Welpengruppe besuchen.
Und trotzdem hat sie sich zu einem freundlichen und sozialen Hund entwickelt.
Deshalb würde ich nie sagen:
Ohne Welpenspielgruppe kann ein Hund keinen guten Start ins Leben haben.
Das stimmt für mich nicht.
Aber wenn ich die Möglichkeit habe, einen Welpen in einer wirklich guten und gut geführten Welpengruppe Erfahrungen sammeln zu lassen, würde ich diese Möglichkeit immer nutzen.
Gerade weil ich bei meinen drei Hunden gesehen habe, wie unterschiedlich sie mit neuen Situationen umgehen.
Was für mich eine gute Welpenspielgruppe ausmacht
Eine gute Welpengruppe bedeutet für mich nicht:
Welpen zusammenlassen und fertig.
Sie bedeutet:
Welpen dürfen miteinander spielen.
Aber es gibt auch Pausen.
Sie dürfen neue Dinge entdecken.
Aber niemand wird gezwungen.
Zurückhaltende Hunde bekommen Zeit.
Sehr stürmische Hunde lernen Grenzen.
Die Welpen lernen andere Menschen und verschiedene Hundetypen kennen.
Sie erleben Aufregung.
Und sie lernen wieder herunterzufahren.
Und sie dürfen immer wieder erfahren:
Mein Mensch begleitet mich dabei.
Und dann war da noch Majas Energie
Was die Welpengruppe bei Maja allerdings nicht verändert hat:
Ihre Energie.
Sie war schon als Welpe unglaublich wach, neugierig und immer bereit für das nächste Abenteuer.
Nach der Stunde im Auto zur Ruhe kommen?
Kurz vielleicht.
Aber lange hielt das selten an.
Während andere Welpen danach offenbar erst einmal schlafen mussten, war Maja ziemlich schnell wieder ansprechbar für alles, was als Nächstes kam.
Und genau das war einfach Maja.
Viel Energie.
Viel Neugier.
Und immer das Gefühl:
🐾Da geht doch bestimmt noch was.
Warum ich mich heute wieder für eine Welpenspielgruppe entscheiden würde
Wenn heute noch einmal ein Welpe bei mir einziehen würde, würde ich mich wieder für eine gut geführte Welpenspielgruppe entscheiden.
Und ich würde wahrscheinlich sogar wieder genau in dieselbe Hundeschule gehen.
Denn ich gehe mit Maja und Elina nach all den Jahren immer noch dorthin.
Nicht, weil sie ständig etwas Neues lernen müssen.
Sondern weil ich unsere Hundeschule wirklich gut finde – und weil ich dort jede Woche nette Menschen mit ihren Hunden treffe.
Für die Hunde ist es eine schöne Zeit. Und für mich genauso.
Wir verbringen dort gemeinsam eine gute Zeit, erleben etwas zusammen und treffen Menschen und Hunde, die wir inzwischen gern gewonnen haben.
Genau deshalb gehe ich bis heute so gerne hin.
Denn eine gute Hundeschule kann weit mehr sein als nur ein Ort, an dem ein Hund Sitz, Platz oder Bleib lernt.
Sie kann ein Ort sein, an dem Vertrauen wächst.
An dem Hunde Erfahrungen sammeln.
An dem Menschen lernen, ihre Hunde besser zu verstehen.
Und an dem man gemeinsam einfach eine richtig schöne Zeit hat.
🐾 Maja denkt:
„Bällebad jederzeit wieder.“
🐾 Elina denkt:
„Ich hätte wahrscheinlich erst einmal vom Rand aus zugeschaut.“

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