Bei uns gehört Öl schon seit vielen Jahren zum Hundefutter.
Nicht jeden Tag dasselbe.
Und auch nicht nach dem Motto:
Je mehr, desto besser.
Ich habe es eigentlich immer ganz einfach gehalten.
Ich habe ein Öl ausgewählt.
Es eine Zeit lang gegeben.
Und meine Hunde beobachtet.
Wie sieht das Fell aus?
Wie fühlt sich die Haut an?
Wie ist die Verdauung?
Und gibt es vielleicht noch andere kleine Veränderungen, die mir auffallen?
Gerade in der Zeit mit Jule begann ich, mich sehr intensiv mit Hundeernährung und Nahrungsergänzung zu beschäftigen.
Sie hatte gesundheitlich einiges mitgebracht und ich wollte verstehen, was ich über die Ernährung zusätzlich für sie tun konnte.
Dabei bin ich zwangsläufig auch bei den verschiedenen Fettsäuren gelandet.
Omega-3.
Omega-6.
Linolsäure.
Gamma-Linolensäure.
EPA und DHA.
Das klingt zunächst ziemlich theoretisch.
Aber irgendwann wird deutlich:
Öl ist eben nicht gleich Öl.
Je nachdem, welches Öl wir auswählen, bringen wir ganz unterschiedliche Fettsäuren in den Napf.
Und genau deshalb finde ich es sinnvoll, sich die einzelnen Öle etwas genauer anzuschauen.
Warum überhaupt Öl für Hunde?
Fette gehören ganz selbstverständlich zur Ernährung eines Hundes.
Sie liefern Energie und bestimmte Fettsäuren werden für zahlreiche Vorgänge im Körper benötigt.
Auch Haut und Fell hängen von einer guten Nährstoffversorgung ab.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Hund automatisch zusätzlich Öl braucht.
Wer ein Alleinfuttermittel füttert, hat darin bereits Fett und Fettsäuren enthalten.
Bei selbst zusammengestellten Rationen spielt die Zusammensetzung noch einmal eine andere Rolle.
Und auch der einzelne Hund entscheidet mit.
Ein junger, aktiver Labrador hat andere Bedürfnisse als ein älterer Hund mit empfindlicher Verdauung.
Deshalb habe ich Öle nie einfach nach irgendeinem starren Plan gegeben.
Ich habe geschaut, was gerade zu meinem Hund passt.
Leinöl – ein Klassiker bei uns
Leinöl bekommen Maja und Elina regelmäßig.
Es enthält viel Alpha-Linolensäure, eine pflanzliche Omega-3-Fettsäure.
Für mich ist Leinöl ein unkompliziertes Öl für den Alltag.
Ein kleiner Schuss übers Futter und fertig.
Was ich bei Leinöl wichtig finde:
Es ist empfindlich.
Ich kaufe deshalb lieber kleinere Flaschen, bewahre sie im Kühlschrank auf und verbrauche sie zügig.
Riecht ein Öl irgendwann unangenehm oder ranzig, gehört es nicht mehr in den Napf.
Lachsöl – Omega-3 aus Fisch
Lachsöl gehört wahrscheinlich zu den bekanntesten Ölen für Hunde.
Der Unterschied zum Leinöl liegt unter anderem darin, dass Fischöl die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA liefert.
Das macht Lachsöl für viele Hundehalter interessant.
Ich würde allerdings gerade bei Fischöl sehr auf Qualität, Lagerung und Frische achten.
Omega-3-reiche Öle sind empfindlich gegenüber Licht, Wärme und Sauerstoff.
Eine riesige Flasche, die monatelang geöffnet herumsteht, finde ich deshalb wenig sinnvoll.
Auch hier gilt für mich:
Lieber passend kaufen und frisch verbrauchen.
Borretschöl – mein persönlicher Favorit für Haut und Fell
Wenn mich jemand fragt, mit welchem Öl ich persönlich die auffälligsten Erfahrungen gemacht habe, muss ich nicht lange überlegen.
Borretschöl.
Borretschöl enthält besonders viel Gamma-Linolensäure, kurz GLA.
Zum ersten Mal habe ich es damals bei Jule verwendet.
In dieser Zeit beschäftigte ich mich wegen ihrer gesundheitlichen Situation sehr intensiv mit Ernährung und Nahrungsergänzung.
Und ihr Fell veränderte sich für mich auffällig schnell.
Es wurde weicher.
Glänzender.
Einfach schöner.
Später habe ich dieselbe Beobachtung bei Maja und Elina gemacht.
Wenn ich ihnen phasenweise Borretschöl gebe, habe ich jedes Mal das Gefühl, dass man es ihrem Fell schon nach wenigen Tagen ansieht.
Bei Maja fällt es natürlich besonders auf.
Schwarzer Labrador plus glänzendes Fell ergibt bei ihr manchmal wirklich:
frisch poliertes Piano.
🐾 Maja würde dazu vermutlich nur wissen wollen, ob es anschließend noch etwas zu essen gibt.
Bei Jule ist mir im Alter außerdem manchmal aufgefallen, dass sie in solchen Phasen insgesamt wieder etwas munterer und aktiver wirkte.
Ob das allein am Öl lag, kann ich natürlich nicht sagen.
Bei einem älteren Hund spielen viele Faktoren zusammen.
Aber es war eine Beobachtung, die ich mehr als einmal gemacht habe.
Genau deshalb gehört Borretschöl bis heute zu den Ölen, auf die ich immer wieder zurückkomme.
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Nachtkerzenöl – ebenfalls interessant wegen GLA
Nachtkerzenöl und Borretschöl werden häufig in einem Atemzug genannt.
Das hat einen Grund.
Auch Nachtkerzenöl enthält Gamma-Linolensäure.
Damit gehört es ebenfalls zu den Ölen, die besonders häufig im Zusammenhang mit Haut und Fell auftauchen.
Ich persönlich habe mit Borretschöl die deutlichsten Erfahrungen gemacht und greife deshalb eher dazu.
Trotzdem finde ich Nachtkerzenöl erwähnenswert, wenn man sich einen Überblick über verschiedene Öle für Hunde verschaffen möchte.
Gerade hier zeigt sich schön:
Zwei Öle können ähnliche Fettsäuren liefern – und trotzdem muss man nicht beide gleichzeitig geben.
Hanföl – nicht zu verwechseln mit CBD-Öl
Hanföl kann ebenfalls im Hundenapf verwendet werden.
Gemeint ist dabei Hanf-Samenöl als Lebensmittel, nicht CBD-Öl.
Das ist eine wichtige Unterscheidung.
Hanföl enthält sowohl Omega-6- als auch Omega-3-Fettsäuren und hat einen angenehm nussigen Charakter.
Es kann deshalb eine weitere Möglichkeit sein, etwas Abwechslung in die Fettversorgung zu bringen.
Auch hier würde ich auf ein hochwertiges, kaltgepresstes Lebensmittelöl achten und es kühl sowie lichtgeschützt lagern.
Schwarzkümmelöl – für mich kein Öl für den gedankenlosen Dauereinsatz
Schwarzkümmelöl begegnet einem inzwischen sehr häufig, wenn man nach natürlichen Produkten für Hunde sucht.
Ich würde damit allerdings deutlich vorsichtiger umgehen als mit Lein- oder Olivenöl.
Es ist ein sehr charakteristisches Öl und die Datenlage speziell für Hunde ist deutlich begrenzter als die vielen Aussagen im Internet vermuten lassen.
Deshalb würde ich Schwarzkümmelöl nicht einfach nach dem Motto „hilft für alles“ dauerhaft ins Futter geben.
Wenn ich es einsetzen wollte, würde ich besonders auf Produktqualität und Menge achten und bei einem gesundheitlich vorbelasteten Hund vorher tierärztlich abklären, ob es sinnvoll ist.
Olivenöl – unkompliziert und meistens sowieso im Haus
Olivenöl bekommen Maja und Elina ebenfalls immer wieder.
Ich verwende ohnehin gutes Olivenöl in meiner Küche.
Deshalb muss ich dafür keine spezielle Flasche nur für die Hunde kaufen.
Olivenöl liefert vor allem einfach ungesättigte Fettsäuren.
Bei uns ist es eher eines der Öle, die für Abwechslung sorgen.
Kein besonderes „Kur-Öl“.
Einfach ein gutes Lebensmittel, das gelegentlich mit im Napf landet.
Sonnenblumenöl – auch das darf mal sein
Auch Sonnenblumenöl gibt es bei uns.
Nicht ständig.
Aber zwischendurch durchaus.
Sonnenblumenöl enthält viel Linolsäure und damit eine Omega-6-Fettsäure.
Gerade deshalb würde ich es nicht isoliert betrachten.
Es kommt darauf an, was der Hund insgesamt frisst und welche Fettsäuren dort bereits enthalten sind.
Für mich ist Sonnenblumenöl deshalb ein Teil der Abwechslung – nicht das einzige Öl, das dauerhaft zum Futter gehört.
Welches Öl ist nun das beste für Hunde?
Genau diese Frage lässt sich für mich nicht mit einer einzigen Flasche beantworten.
Wenn Du mehr pflanzliches Omega-3 möchtest, kann Leinöl interessant sein.
Bei EPA und DHA denkt man eher an Fischöle wie Lachsöl.
Bei Gamma-Linolensäure kommen Borretsch- oder Nachtkerzenöl ins Spiel.
Hanföl bringt wiederum eine andere Fettsäurezusammensetzung mit.
Und Olivenöl oder Sonnenblumenöl können ganz normale Bestandteile einer abwechslungsreichen Fütterung sein.
Deshalb mag ich die Frage:
Was möchte ich mit dem Öl eigentlich ergänzen?
viel lieber als:
Welches ist das beste Öl?
Bei meinen eigenen Hunden ist Borretschöl trotzdem das Öl, das mich persönlich am meisten beeindruckt hat.
Vor allem, weil ich den Unterschied am Fell bei drei verschiedenen Hunden beobachten konnte.
Ich gebe nicht fünf Öle gleichzeitig
Das ist mir bei diesem Thema besonders wichtig.
Wenn ich herausfinden möchte, ob meinem Hund etwas bekommt, ändere ich nicht gleichzeitig fünf Dinge.
Ich gebe ein Öl.
Ich lasse ihm etwas Zeit.
Und ich beobachte.
Vielleicht verändert sich das Fell.
Vielleicht fühlt sich die Haut anders an.
Vielleicht merke ich überhaupt keinen Unterschied.
Auch das ist eine Information.
Bei Jule habe ich im Laufe der Jahre gelernt, meinen Hund sehr genau zu beobachten.
Gerade bei älteren Hunden sind es manchmal keine spektakulären Veränderungen.
Vielleicht läuft sie ein bisschen freudiger mit.
Vielleicht wirkt sie wacher.
Vielleicht fühlt sich das Fell plötzlich besonders weich an.
Das sind keine Laborwerte.
Es sind Alltagsbeobachtungen.
Aber genau die gehören für mich genauso zum Zusammenleben mit einem Hund.
Nicht jedes Öl passt zu jedem Hund
Öl ist sehr energiereich.
Und Fett wird nicht von jedem Hund gleich gut vertragen.
Gerade bei Hunden mit Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, bestimmten Verdauungsproblemen, Übergewicht oder einer medizinisch abgestimmten Ernährung würde ich deshalb nicht einfach zusätzliche Öle ausprobieren.
Auch wenn Medikamente gegeben werden oder der Hund chronisch erkrankt ist, gehört die Fütterung im Zweifel mit Tierarzt oder Ernährungsberatung abgestimmt.
Und wenn sich Haut oder Fell plötzlich deutlich verändern, starker Juckreiz entsteht oder kahle Stellen auftreten, würde ich nicht einfach nur ein anderes Öl ausprobieren.
Dann sollte zuerst geklärt werden, was dahintersteckt.
Qualität und Aufbewahrung sind wichtiger, als man denkt
Gerade hochwertige Öle sind empfindliche Lebensmittel.
Licht.
Wärme.
Sauerstoff.
All das kann ihnen zusetzen.
Deshalb kaufe ich lieber kleinere Mengen und lagere empfindliche Öle entsprechend den Herstellerangaben.
Ein gutes Öl soll schließlich unterstützen.
Ein längst oxidiertes Öl hat im Hundenapf nichts verloren.
Was bei Maja und Elina im Napf landet
Heute halte ich es eigentlich genauso wie früher.
Ich mache daraus keine Wissenschaft.
Leinöl gehört regelmäßig dazu.
Olivenöl gibt es zwischendurch.
Auch Sonnenblumenöl darf mal in den Napf.
Andere Öle können je nach Situation interessant sein.
Und wenn ich das Gefühl habe, dass Haut und Fell eine besondere Unterstützung gebrauchen können, greife ich immer wieder zum Borretschöl.
Dann beobachte ich.
Und meistens dauert es bei meinen beiden gar nicht lange, bis ich wieder denke:
Ja. Da ist er wieder, dieser besondere Glanz.
Bei Elina schön.
Bei Maja kaum zu übersehen.
Schwarzes Fell ist eben gnadenlos ehrlich.
Entweder es glänzt.
Oder es glänzt nicht.
Und Maja glänzt.
🤍 Mein Fazit
Für mich gibt es nicht das eine Öl für jeden Hund.
Öle unterscheiden sich erheblich in ihrer Fettsäurezusammensetzung und deshalb auch darin, warum man sie überhaupt auswählen könnte.
Genau das macht das Thema spannend.
Ich wechsle gerne ab und setze bestimmte Öle phasenweise ganz bewusst ein.
Vor allem aber beobachte ich meine Hunde.
Denn am Ende interessiert mich nicht, welches Öl auf dem Papier am beeindruckendsten klingt.
Mich interessiert:
Was tut meinem Hund gut?
Und bei Borretschöl haben Jule, Maja und Elina mir darauf über viele Jahre eine ziemlich deutliche Antwort gegeben.
Hinweis
Dieser Beitrag basiert auf meinen Erfahrungen und naturheilkundlichem Wissen.
Er ersetzt keine tierärztliche Beratung.
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