🐾Der Deal mit Kaba – warum Vertrauen manchmal mehr bewirkt als jedes Hundetraining

Labrador Kaba Wasser

Ich bin keine Hundetrainerin.

Aber ich lebe seit meiner Kindheit mit Hunden zusammen.

In den letzten über 30 Jahren habe ich viel ausprobiert, manches hinterfragt und unglaublich viel von meinen Hunden gelernt.

Vor allem von Kaba.

Wenn ich heute an sie denke, muss ich oft schmunzeln.

Denn sie war… sagen wir mal…

nicht unbedingt der Hund, den man sich für klassische Hundeschulen wünscht. 😄

Hundetraining sah damals ganz anders aus

Als Kaba zu uns kam, wurde Hundetraining noch ganz anders verstanden als heute.

Es ging viel um Gehorsam.

Um perfektes Bei-Fuß-Laufen.

Um Kommandos.

Und oft hatte ich das Gefühl:

Der Hund durfte auf keinen Fall „gewinnen“.

Unser damaliger Hundetrainer galt als der Labrador-Experte.

Und tatsächlich habe ich bei ihm vieles gelernt.

Vor allem einen Satz, der mich bis heute begleitet:

„Lerne Deinen Hund zu verstehen – nicht nur zu erziehen.“

Damals wusste ich noch gar nicht, wie wichtig dieser Satz einmal für mich werden würde.

Kaba hatte ihren ganz eigenen Kopf

Schon als Welpe war Kaba unglaublich selbstständig.

Sie lief zwar hinter mir her.

Aber sobald es irgendwo etwas Spannendes zu entdecken gab…

war sie auch schon unterwegs.

Und genau so blieb sie.

Eines Tages sollte sie in der Hundeschule einen Dummy apportieren.

Sie brachte ihn auch.

Nur…

sie wollte ihn nicht mehr hergeben.

Unser Trainer sagte:

„Das dürfen wir ihr jetzt nicht durchgehen lassen.

Wenn sie damit durchkommt, hat sie gewonnen.“

Also begann das, was vermutlich die längste „Aus“-Übung meines Lebens war.

Immer wieder:

„Aus.“

„Kaba… aus.“

Nichts.

Sie hielt den Dummy fest.

Ganz ruhig.

Ganz entspannt.

Und unglaublich stur.

Nach weit über einer Stunde schaute unser Trainer mich an und sagte:

„Gut…

wir geben auf.

So einen Hund habe ich in all den Jahren noch nicht erlebt.“

Damals war mir das ehrlich gesagt eher peinlich.

Heute muss ich darüber lachen.

Denn genau so war Kaba.

Der Teich in der Gelpe

Ein paar Jahre später gingen wir regelmäßig in der Gelpe spazieren.

Und dort gab es einen Teich.

Kaba liebte diesen Teich.

So sehr, dass sie regelmäßig beschloss:

Heute gehe ich schwimmen.

Ob ich das wollte oder nicht.

Je näher wir dem Wasser kamen,

desto früher nahm ich sie an die Leine.

Ich wollte verhindern, dass sie einfach loslief.

Es war anstrengend.

Für sie.

Und ehrlich gesagt auch für mich.

Bis zu dem Tag,

an dem ich einfach keine Lust mehr hatte.

Ich machte die Leine ab.

Schaute Kaba an und sagte:

„Na gut.

Dann geh eben schwimmen.“

Sie blieb stehen.

Schaute mich an.

Fast so, als würde sie fragen:

„Ist das jetzt Dein Ernst?“

Ich setzte mich auf eine Bank.

Und sagte:

„Pass auf, Kaba.

Wir machen einen Deal.

Du darfst zum Teich laufen.

Du darfst schwimmen.

Aber wenn ich Dich rufe…

kommst Du sofort zurück.“

Unser Deal

Es klingt verrückt.

Aber genau daran hat sie sich gehalten.

Von diesem Tag an durfte Kaba laufen.

Sie durfte zum Wasser.

Sie durfte schwimmen.

Und wenn ich sie rief…

kam sie.

Immer.

Nicht widerwillig.

Nicht irgendwann.

Sondern sofort.

Als hätte sie verstanden, dass Freiheit auch Vertrauen bedeutet.

Mehr als Hundetraining

Mit den Jahren wurde unsere Verbindung immer enger.

Irgendwann musste ich sie kaum noch rufen.

Manchmal reichte ein Blick.

Oder einfach nur der Gedanke:

„Jetzt ist genug, Kaba.“

Und oft hatte ich das Gefühl,

als würde sie genau wissen, was ich meinte.

Ob das wirklich so war?

Ich weiß es nicht.

Vielleicht kannten wir uns einfach so gut.

Vielleicht hatten wir über die Jahre gelernt, einander zu lesen.

Eines weiß ich aber ganz sicher:

Unser kleiner Deal hat unser Zusammenleben verändert.

Nicht, weil Kaba plötzlich ein anderer Hund wurde.

Sondern weil ich aufgehört hatte, gegen sie zu arbeiten.

Ich begann, mit ihr zu arbeiten.

Was Kaba mich gelehrt hat

Heute würde ich manches aus dem damaligen Hundetraining anders machen.

Aber diesen einen Satz unseres Trainers trage ich bis heute in mir:

„Lerne Deinen Hund zu verstehen – nicht nur zu erziehen.“

Ich glaube, genau das hat Kaba mir beigebracht.

Sie war nie der Hund, der blind gehorchte.

Sie wollte verstanden werden.

Und als ich anfing, sie wirklich zu verstehen,

wurde vieles plötzlich ganz einfach.

Mein Fazit

Ich glaube nicht, dass es den einen richtigen Weg in der Hundeerziehung gibt.

Jeder Hund ist anders.

Jeder Mensch auch.

Aber wenn ich eines aus den vielen Jahren mit Kaba mitgenommen habe, dann das:

Vertrauen kann man nicht erzwingen.

Es entsteht.

Manchmal ganz leise.

Und manchmal beginnt es mit einem kleinen Satz auf einer Bank im Wald:

„Pass auf, Kaba… wir machen einen Deal.“ ❤️

🐾 Maja denkt: Wenn Du wieder vorbeischaust, bekommst Du ein Küsschen.

🐾 Elina denkt: Und ich freue mich schon darauf, Dir unsere nächste Geschichte zu erzählen.

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