🐾Manchmal muss man auf den Hund hören – warum Maja einfach Maja ist

Labrador Training

Ich gehe bis heute gerne in die Hundeschule.

Nicht, weil Maja und Elina nicht hören würden.

Sondern weil wir dort eine tolle Gruppe gefunden haben.

Menschen, die sich verstehen.

Hunde, die gemeinsam lernen.

Und einen Trainer, der jeden Hund als eigenes Wesen sieht.

Ich freue mich tatsächlich jede Woche auf diese Stunde.


Auf der Suche nach einer Beschäftigung für Maja

Als Maja ungefähr ein Jahr alt war, hatte sie gerade ihre berühmte „Ich mache mein eigenes Ding“-Phase.

Sie hörte phasenweise einfach nicht.

Nicht, weil sie ungezogen war.

Sondern weil sie plötzlich tausend andere Dinge spannender fand als mich.

Ich überlegte damals, ob Maja zusätzlich ein spezielles Dummytraining für Labradore gefallen könnte.

Schließlich wurde diese Rasse ursprünglich zum Apportieren gezüchtet und ich dachte, das wäre vielleicht genau ihr Ding.

Also suchte ich nach einer Trainerin in unserer Nähe, die spezielles Dummytraining für Labradore anbot.

Bevor wir in die Gruppe aufgenommen wurden, wollte sie Maja erst kennenlernen.


Der erste Eindruck

Es war ein kalter Samstagmorgen im Januar.

Schon die Anfahrt begann chaotisch.

Wir fanden keinen Parkplatz direkt am Hundeplatz und mussten ein ganzes Stück laufen.

Maja war völlig aufgeregt.

Neue Umgebung.

Neue Gerüche.

Neue Menschen.

Sie lief kreuz und quer.

Ich wusste damals nicht, dass die Trainerin uns bereits vom Hundeplatz aus beobachtete.

Als wir ankamen, lächelte sie und sagte:

„An der Leinenführigkeit können wir wohl noch arbeiten.“

Sie mochte Maja.

Und sie sah Potenzial.

Also durften wir in der Woche darauf in der Gruppe mittrainieren.


Der erste Trainingstag

Es hatte in der Nacht geschneit.

Es war bitterkalt.

Etwa zehn Hunde standen mit ihren Menschen auf dem Platz.

Die erste Aufgabe war einfach.

Alle Hunde sollten ruhig neben ihren Menschen sitzen.

Nur…

Maja wollte nicht sitzen.

Nicht im Schnee.

Sie rutschte hin und her.

Stand wieder auf.

Setzte sich kurz.

Und stand wieder auf.

Anschließend liefen wir mehrere Runden bei Fuß.

Danach sollten die Hunde wieder sitzen.

Ich erinnere mich noch, dass ich irgendwann dachte:

Ganz ehrlich…

Ich würde hier gerade auch nicht die ganze Zeit im Schnee sitzen wollen.

Nach der Stunde sagte die Trainerin:

„Die Hunde brauchen erst einmal einen zuverlässigen Grundgehorsam.“


Die Heimfahrt

Auf dem Rückweg passierte etwas, das mich das ganze Wochenende beschäftigte.

Maja jammerte.

Nicht kurz.

Die ganze Heimfahrt.

Zu Hause hörte sie nicht auf.

Sie lag da.

War traurig.

Und weinte immer wieder leise vor sich hin.

So hatte ich sie noch nie erlebt.

Ich konnte es nicht erklären.

Aber ich wusste:

Irgendetwas stimmt hier nicht.

Am Montag rief ich die Trainerin an.

Ich erklärte ihr, dass Maja nach dem Training so traurig gewesen war, wie ich sie bis dahin noch nie erlebt hatte.

Dass sie sogar geweint hätte.

Sie hörte sich alles an.

Und sagte dann sinngemäß:

„Sie ist ein junger Labrador aus einer guten Zucht.

Natürlich muss sie lernen, ruhig zu sitzen.

Schließlich haben Sie einen Jagdhund und keinen Schoßhund.“

Sie schlug vor, noch einmal wiederzukommen.

Vielleicht würde sich alles legen.

Also fuhren wir ein zweites Mal hin.


Der zweite Versuch

Dieses Mal sollte Maja sich schon vor Beginn des Trainings beruhigen.

Während die anderen Teilnehmer bereits auf dem Platz standen, liefen wir draußen im Kreis.

Immer wieder bei Fuß.

Ich verstand den Gedanken dahinter.

Aber weder Maja noch ich fühlten uns dabei wohl.

Und wieder jammerte sie auf der Heimfahrt.

Da wusste ich:

Das passt einfach nicht zu uns.

Nicht, weil die Trainerin schlecht war.

Nicht, weil ihre Methode grundsätzlich falsch gewesen wäre.

Sondern weil sie für Maja nicht der richtige Weg war.


„Maja ist Maja.“

In der nächsten Trainingsstunde erzählte ich unserem Hundetrainer von dieser Erfahrung.

Er hörte sich alles an.

Lächelte.

Und sagte nur einen Satz:

„Maja ist Maja.

Und genauso ist sie gut.

Mit Druck erreichst Du bei ihr gar nichts.“

Dieser Satz hat mich unglaublich erleichtert.

Denn genau so fühlte es sich an.

Maja war nie schwierig.

Sie war nie stur, um mich zu ärgern.

Sie brauchte einfach einen anderen Weg.

Einen, der zu ihr passte.


Schon als Welpe war Maja… eben Maja

Übrigens kennt unser heutiger Hundetrainer Maja schon seit ihrer Welpenzeit.

Und ehrlich gesagt hat sie ihn damals schon das erste Mal überrascht.

Während die anderen Welpen ganz entspannt in ihren Geschirren saßen, dachte Maja nur:

🐾 Maja denkt: „Gefällt mir nicht. Ich geh dann.“

Und zack …

… war sie aus ihrem Welpengeschirr herausgeschlüpft.

Nicht einmal.

Nicht zweimal.

Sondern immer dann, wenn ihr etwas nicht gepasst hat.

Damals mussten wir alle ziemlich lachen.

Heute übrigens auch noch.

👉 Dass Maja bis heute eine kleine Entfesselungskünstlerin geblieben ist und warum sie deshalb inzwischen ein Panikgeschirr trägt, erzähle ich in diesem Beitrag:

Maja – meine kleine Entfesselungskünstlerin (und warum sie ein Panikgeschirr trägt)

Schon damals war klar: Wenn Maja etwas nicht wollte, suchte sie nicht nach einer Diskussion – sondern nach einem Ausweg. 😄


Was ich daraus gelernt habe

Ich glaube bis heute nicht, dass es den einen richtigen Trainingsweg gibt.

Es gibt wunderbare Hundetrainer.

Und es gibt Hunde mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten.

Manche lernen über klare Strukturen.

Andere brauchen mehr Zeit.

Mehr Verständnis.

Oder einfach einen anderen Zugang.

Maja hat mir gezeigt, dass man Persönlichkeit nicht wegtrainieren sollte.

Denn genau das, was sie manchmal so eigenständig macht…

macht sie gleichzeitig zu dem Hund, den ich über alles liebe.


Mein Fazit

Heute fahre ich jede Woche etwa eine halbe Stunde zu unserer Hundeschule.

Nicht, weil meine Hunde perfekt werden sollen.

Sondern weil wir dort Menschen gefunden haben, die genau hinschauen.

Die nicht zuerst den Labrador sehen.

Sondern Maja.

Oder Elina.

Und ich glaube, genau das macht den Unterschied.

Denn manchmal braucht ein Hund gar nicht mehr Druck.

Sondern einfach einen Menschen, der ihn so sieht, wie er wirklich ist.

❤️

🐾 Maja denkt: Wenn Du wieder vorbeischaust, bekommst Du ein Küsschen.

🐾 Elina denkt: Und ich freue mich schon darauf, Dir unsere nächste Geschichte zu erzählen.

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