Nicht jeder Hund, der erbricht, ist schwer krank.
Als Tierheilpraktikerin werde ich immer wieder gefragt:
„Muss ich jetzt sofort zum Tierarzt?“
Meine Antwort beginnt fast immer mit einer Gegenfrage:
„Schau Dir Deinen Hund erst einmal ganz genau an.“
Denn oft verrät nicht das Erbrechen selbst, wie ernst die Situation ist – sondern das Verhalten Deines Hundes.
Ist er aufmerksam?
Möchte er trinken?
Läuft er wie gewohnt durch den Garten?
Oder zieht er sich zurück, wirkt schlapp oder hat Schmerzen?
Bevor wir also über Magensäure, Schonkost oder naturheilkundliche Unterstützung sprechen, lohnt sich zunächst ein genauer Blick auf Deinen Hund.
Schau zuerst auf Deinen Hund
Beobachte Deinen Hund möglichst in Ruhe und stelle Dir folgende Fragen:
✔ Hat er nur einmal oder mehrfach erbrochen?
✔ Ist er danach wieder munter?
✔ Trinkt er?
✔ Möchte er fressen?
✔ Hat er Schmerzen?
✔ Hat er Fieber?
✔ Wirkt der Bauch aufgebläht?
✔ Wirkt er unruhig oder apathisch?
Diese Beobachtungen helfen häufig schon dabei, die Situation besser einzuschätzen.
Warum erbrechen Hunde überhaupt?
Erbrechen ist keine Krankheit, sondern eine Schutzreaktion des Körpers.
Der Magen versucht etwas loszuwerden, das ihn belastet.
Die Ursachen können ganz unterschiedlich sein.
Zum Beispiel:
- hastiges Fressen
- ungewohntes oder verdorbenes Futter
- ein empfindlicher Magen
- Grasfressen
- Magen-Darm-Infekte
- Reisekrankheit
- Stress
- Fremdkörper
- Vergiftungen
Gerade deshalb lohnt es sich immer, den gesamten Hund zu betrachten und nicht nur das Erbrechen.
Ein Blick auf das Erbrochene kann Hinweise geben
- ersetzt aber niemals die Untersuchung Deines Hundes.
🟡 Gelber Schaum
Gelber Schaum besteht meist aus Magensäure.
Das passiert häufig, wenn der Magen längere Zeit leer war.
Bleibt es bei diesem einen Mal und Dein Hund verhält sich anschließend ganz normal, besteht häufig kein Grund zur Sorge.
🍖 Unverdautes Futter
Erbricht Dein Hund kurz nach dem Fressen unverdautes Futter, hat er möglicherweise zu hastig gefressen oder das Futter nicht gut vertragen.
Erbricht er jedoch nach jeder Futter- oder Wasseraufnahme sofort wieder, solltest Du Deinen Hund umgehend tierärztlich untersuchen lassen.
💧 Wasser
Einmaliges Erbrechen von Wasser ist häufig unproblematisch.
Erbricht Dein Hund jedoch mehrfach Wasser, verliert er schnell Flüssigkeit und kann austrocknen.
🤍 Schaum oder Schleim
Kleine Mengen Schaum oder Schleim kommen beim Erbrechen häufig vor.
Wiederholt sich das Erbrechen oder kommen weitere Beschwerden hinzu, sollte Dein Hund tierärztlich untersucht werden.
🟤 Braun
Braunes Erbrochenes kann harmlose Futterreste enthalten.
Es kann aber auch auf verdautes Blut hinweisen.
Lass Deinen Hund deshalb vorsichtshalber tierärztlich untersuchen.
🩸 Blut
Blut im Erbrochenen ist immer ein Warnsignal.
Bitte suche sofort einen Tierarzt auf.
Was kannst Du zunächst selbst tun?
Hat Dein Hund einmal erbrochen und macht ansonsten einen fitten Eindruck, helfen häufig schon einige einfache Maßnahmen.
- Sorge dafür, dass Dein Hund ausreichend trinken kann.
- Gönne ihm Ruhe.
- Halte ihn warm.
- Solange das Erbrechen anhält, solltest Du zunächst auf Futter verzichten.
Hat sich der Magen beruhigt, kannst Du langsam wieder mit leicht verdaulicher Schonkost beginnen.
👉 Hier findest Du unseren Artikel über Schonkost für Hunde.
Besonders bewährt hat sich bei Magen-Darm-Problemen außerdem die Morosche Karottensuppe.
👉 Hier findest Du den Beitrag über die Morosche Karottensuppe.
Da Dein Hund beim Erbrechen außerdem Flüssigkeit und Mineralstoffe verliert, kann – je nach Situation – auch eine Elektrolytlösung sinnvoll sein.
🌿 Naturheilkundliche Unterstützung
Im Laufe der Jahre haben sich bei Maja und Elina einige naturheilkundliche Mittel bewährt, die heute einen festen Platz in unserer Hunde-Hausapotheke haben.
Dazu gehören beispielsweise:
🌿 Nux vomica
Wenn der Magen einmal empfindlich reagiert – etwa nach ungewohntem Futter oder einer kleinen Magenverstimmung – gehört Nux vomica für uns zu den bewährten Begleitern.
Warum Nux Vomica in keinem Labrador-Haushalt fehlen darf habe ich hier beschrieben:
Nux vomica für Hunde – warum dieses Mittel in einem Labrador-Haushalt nicht fehlen darf
🌿 Cocculus
Dieses Mittel haben wir vor allem für Hunde im Haus, die auf Autofahrten oder Reisekrankheit empfindlich reagieren.
🌿 Okoubaka
Okoubaka setzen wir gerne zur Unterstützung des Darms ein, beispielsweise nach verdorbenem Futter oder bei leichteren Magen-Darm-Beschwerden.
Natürlich ersetzt auch die Naturheilkunde keinen Tierarzt. Sie kann den Körper jedoch in vielen Situationen sinnvoll begleiten.
👉 Welche weiteren Mittel sich in unserer Hausapotheke befinden und wann wir sie einsetzen, zeigen wir Dir in unserem Artikel über die homöopathische Hausapotheke für Hunde.
Beobachte nicht nur das Erbrechen – schau auf Deinen Hund
Nicht jedes Erbrechen ist gleich ein Notfall.
Oft verrät Dir das Verhalten Deines Hundes viel mehr als das Erbrechen selbst.
Ist er aufmerksam?
Möchte er trinken?
Wirkt er schlapp oder hat Schmerzen?
Gerade in solchen Situationen können die Vitalwerte eine wertvolle Orientierung geben.
Temperatur, Puls, Atmung und die Schleimhäute helfen häufig dabei, besser einzuschätzen, wie es Deinem Hund wirklich geht.
👉 Wie Du die Vitalwerte Deines Hundes richtig misst und welche Werte normal sind, zeige ich Dir in unserem ausführlichen Artikel: Hunde Vitalwerte richtig erkennen – Temperatur, Puls & Atmung beim Hund messen.
Wann solltest Du sofort zum Tierarzt?
Bitte warte nicht ab, wenn Dein Hund:
- mehrfach hintereinander erbricht,
- Blut erbricht,
- Futter oder Wasser sofort wieder erbricht,
- starke Schmerzen zeigt,
- einen aufgeblähten Bauch hat,
- sehr schlapp oder apathisch wirkt,
- hohes Fieber bekommt,
- der Verdacht auf eine Vergiftung oder Magendrehung besteht.
Eine Magendrehung gehört zu den wenigen Notfällen, bei denen wirklich jede Minute zählt.
Leider mussten wir selbst erleben, wie schnell sich das Leben eines Hundes von einer Minute auf die andere verändern kann.
👉 Unsere Geschichte mit Jule und alles, was wir daraus gelernt haben, findest Du im Artikel „Magendrehung beim Hund“.
Im Zweifel gilt immer:
Lieber einmal zu viel zum Tierarzt als einmal zu wenig.
Mein Fazit
Nicht jedes Erbrechen ist ein Grund zur Sorge.
Entscheidend ist immer das Gesamtbild.
Beobachte Deinen Hund aufmerksam, gib seinem Magen Zeit zur Erholung und hole Dir tierärztliche Hilfe, wenn sich sein Zustand verschlechtert oder Warnzeichen auftreten.
Viele kleinere Magenverstimmungen lassen sich mit etwas Ruhe, Schonkost und einer gut ausgestatteten Hunde-Hausapotheke gut begleiten.
👉 In unserer Hunde-Hausapotheke zeigen wir Dir, welche Produkte sich bei uns im Alltag bewährt haben.
🐾 Maja denkt:
Riecht lecker.
Ist bestimmt für mich.
🐾 Elina denkt:
Ich warte lieber.,
Maja´s Ideen finde ich nicht immer gut. 🤎
Der Magen ist oft nur der Anfang. Für viele Hunde spielt auch die Gesundheit des Darms eine wichtige Rolle.
Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, warum ein gesunder Darm so wichtig ist und wie Du ihn unterstützen kannst, findest Du hier unseren ausführlichen Artikel über die Verdauung beim Hund.

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