Wenn Maja irgendwo Butter, Lasagne oder etwas anderes erwischt hat, das ganz sicher nicht für sie gedacht war, denke ich ziemlich schnell an Nux vomica.
Nicht, weil für mich grundsätzlich gilt:
Hund hat Magenprobleme = Nux vomica.
Sondern weil ich Maja kenne.
Ich weiß, was sie gefressen hat.
Ich sehe, wie sie sich verhält.
Ich weiß, wie ihr Magen normalerweise reagiert.
Und ich habe mit Nux vomica bei ihr in solchen Situationen über viele Jahre gute Erfahrungen gemacht.
Das ist für mich ein Unterschied.
Denn wenn ein anderer Hund erbricht, muss Nux vomica deshalb noch lange nicht genauso gut zu ihm passen.
Und genau an dieser Stelle wird Homöopathie für mich spannend.
Wie finde ich überhaupt heraus, welches Mittel zu einem Hund passen könnte?
Darum geht es in diesem Beitrag.
Homöopathie begleitet meine Hunde schon sehr lange
Ich habe mich schon lange mit Homöopathie beschäftigt, bevor ich meine Ausbildung zur Tierheilpraktikerin gemacht habe.
Bereits Kaba habe ich homöopathisch begleitet.
Später kam Jule dazu.
Heute sind es Maja und Elina.
Mit jedem Hund kamen neue Erfahrungen hinzu.
Und irgendwann auch ziemlich viele Bücher. 😄
Kleine Ratgeber.
Ausführliche Arzneimittellehren.
Repertorien.
Werke speziell für Tiere.
Und klassische Bücher, in denen ich bis heute immer wieder nachschlage.
Je länger ich mich damit beschäftige, desto weniger interessiert mich allerdings nur die Frage:
„Welches Mittel gibt man bei Erbrechen?“
Viel interessanter finde ich:
„Warum könnte genau dieses Mittel zu genau diesem Hund passen?“
Ein Mensch, von dem ich unglaublich viel gelernt habe
Einer der Menschen, die meinen Umgang mit Homöopathie besonders geprägt haben, war der Tierheilpraktiker, der uns viele Jahre begleitet hat.
Schon mit Kaba war ich bei ihm.
Später vor allem sehr häufig mit Jule.
Was mich an seiner Arbeitsweise immer beeindruckt hat, war seine Genauigkeit.
Er wollte nicht nur wissen:
Was hat der Hund?
Er wollte wissen:
Was war vorher?
Wann hat es angefangen?
Was hat sich verändert?
Gab es eine besondere Situation?
Wie verhält sich der Hund?
Frisst er anders?
Trinkt er anders?
Ist er unruhiger als sonst?
Zieht er sich zurück?
Sucht er Wärme oder lieber einen kühlen Platz?
Dann wurde ein Mittel ausgewählt.
Und danach kam für mich ein mindestens genauso wichtiger Teil:
Wir haben beobachtet.
Was verändert sich?
Wird der Hund ruhiger?
Kommt der Appetit zurück?
Verändert sich der Allgemeinzustand?
Wird das eigentliche Symptom besser oder auch schlimmer?
Taucht etwas Neues auf?
Manchmal sprach ich anschließend wieder mit ihm und wir gingen genau diese Veränderungen gemeinsam durch.
Diese Art zu arbeiten hat mich bis heute geprägt.
Denn Homöopathie bedeutet für mich nicht einfach:
Mittel geben und fertig.
Sondern:
beobachten – auswählen – wieder beobachten.
Mit der Zeit entwickelt sich auch ein Gespür
Je länger ich mich mit Homöopathie beschäftige, desto häufiger erlebe ich noch etwas anderes.
Manchmal kommt mir ein Mittel einfach in den Sinn.
Nicht, weil ich gerade bewusst eine Liste durchgehe.
Nicht, weil ich unbedingt auf dieses eine Mittel kommen möchte.
Es ist eher ein Gedanke, der plötzlich da ist:
„Schau Dir dieses Mittel einmal genauer an.“
Für mich ist das eine Mischung aus Erfahrung, Wissen, Beobachtung und Intuition.
Je mehr Arzneimittelbilder ich kenne, je häufiger ich nachgeschlagen und repertorisiert habe und je länger ich meine Hunde beobachte, desto feiner wird dieses Gespür.
Manchmal ist ein Mittel einfach plötzlich im Bewusstsein.
Aber genau dann finde ich meine Bücher besonders wertvoll.
Denn ich schaue nach.
Ich vergleiche.
Ich lese das Arzneimittelbild.
Und ich prüfe:
Passt dieses Gefühl wirklich zu dem, was mir der Hund zeigt?
Intuition ersetzt für mich deshalb nicht das Wissen.
Sie wächst vielmehr mit der Erfahrung.
Und genau diese Verbindung finde ich bis heute unglaublich spannend.
Jule hat meinen Blick auf Hundegesundheit verändert
Jule war sicherlich der Hund, der meinen Blick auf Gesundheit am stärksten verändert hat.
Sie war unglaublich empfindlich.
Auf Medikamente.
Auf Zusatzstoffe.
Auf Konservierungsmittel.
Auf vieles, was andere Hunde problemlos vertragen hätten.
Mit ihr haben wir über Jahre sehr viele Wege ausprobiert.
Natürlich gehörten Tierärzte und Spezialisten dazu.
Aber es gab auch Situationen, in denen die üblichen Möglichkeiten für Jule schwierig wurden und wir mit naturheilkundlicher und homöopathischer Begleitung Erfahrungen gemacht haben, die für mich persönlich sehr eindrücklich waren.
Ich kann daraus keine allgemeine Aussage darüber machen, was bei einem anderen Hund funktionieren wird.
Aber ich kann sagen:
Bei meinen eigenen Hunden habe ich über viele Jahre sehr gute persönliche Erfahrungen mit Homöopathie gemacht.
Und gerade deshalb möchte ich diese Mittel nicht wahllos einsetzen.
Jule hat mir noch einmal besonders deutlich gezeigt, wie wichtig es sein kann, nicht nur auf eine Diagnose oder ein einzelnes Symptom zu schauen.
Sondern auf den Hund, der vor einem steht.
Warum Jule meinen Blick auf Hundegesundheit so stark verändert hat, erzähle ich hier:
→ Jule – warum sie meinen Blick auf Hundegesundheit verändert hat
Typische homöopathische Mittel sind trotzdem eine gute Orientierung
Auch auf diesem Blog findest Du Beiträge über einzelne homöopathische Mittel.
Über Nux vomica.
Und weitere Mittel, mit denen ich mich beschäftigt und zum Teil selbst viele Erfahrungen gesammelt habe.
Natürlich gibt es typische Beschwerdebilder, bei denen bestimmte Mittel immer wieder infrage kommen.
Das ist für mich auch vollkommen in Ordnung.
Ein Mittel kann bei einer bestimmten Situation sehr häufig passen.
Aber häufig bedeutet nicht automatisch immer.
Genau diese kleine Unterscheidung finde ich wichtig.
Maja, Nux vomica und die Lasagne
Maja ist dafür wahrscheinlich das beste Beispiel.
Wer meinen Blog schon länger liest, kennt inzwischen vermutlich einige ihrer kulinarischen Abenteuer.
Butter.
Lasagne.
Braten.
Soße.
Maja besitzt eine erstaunlich großzügige Vorstellung davon, was für einen Labrador als geeignete Mahlzeit durchgehen könnte.
🐾 Maja denkt:
„Man kann ja erst einmal probieren.“
Nach solchen Aktionen habe ich Nux vomica bei ihr immer wieder unterstützend eingesetzt und damit persönlich gute Erfahrungen gemacht.
Dabei kenne ich aber auch die Situation.
Ich weiß, was vorher passiert ist.
Ich kenne Maja.
Ich weiß, wie sie normalerweise ist.
Und ich bemerke ziemlich schnell, wenn sie sich anders verhält.
Das ist etwas anderes, als wenn mir jemand lediglich sagt:
„Mein Hund erbricht.“
Dann weiß ich zunächst noch erstaunlich wenig.
Der Hund erbricht – aber wie genau?
Nehmen wir also dieses eine Symptom:
Erbrechen.
Auf den ersten Blick scheint die Sache eindeutig zu sein.
Der Hund erbricht.
Aber jetzt wird es erst interessant.
Wann erbricht er?
Direkt nach dem Fressen?
Erst einige Zeit später?
Morgens?
Nachts?
Hat er vorher hastig gefressen?
Hat er etwas sehr Fettiges oder Ungewohntes bekommen?
Würgt er viel?
Ist ihm sichtbar übel?
Hat er Durst?
Oder möchte er gar nichts trinken?
Ist er unruhig?
Reizbar?
Matt?
Möchte er seine Ruhe?
Sucht er ungewöhnlich viel Nähe?
Ist der Bauch empfindlich?
Gibt es Blähungen?
Durchfall?
Verstopfung?
Stuhldrang?
Wird etwas durch Wärme besser?
Oder liegt der Hund lieber auf dem kühlen Boden?
Und gab es vielleicht vorher eine besondere Situation?
Plötzlich haben wir nicht mehr nur:
Erbrechen.
Wir haben ein viel genaueres Bild dieses einen Hundes.
Und genau das macht für mich den Unterschied.
Jetzt kommt das Repertorium ins Spiel
Wenn ich ein Mittel genauer eingrenzen möchte, arbeite ich mit einem Repertorium.
Ein Repertorium ist vereinfacht gesagt ein sehr umfangreiches Symptomregister.
Darin steht nicht einfach:
Erbrechen = Nux vomica.
Und gerade das macht die Arbeit damit so spannend.
Ich kann ein Symptom nachschlagen und mich von dort immer weiter vorarbeiten.
Bei Magen-Darm-Beschwerden können beispielsweise zusätzlich interessant sein:
Übelkeit.
Zeitpunkt der Beschwerden.
Erbrechen nach dem Essen.
Magenverstimmung.
Koliken.
Gallenbeschwerden.
Druckempfindlichkeit.
Appetit.
Durst.
Begleitsymptome.
Modalitäten – also das, was die Beschwerden verbessert oder verschlechtert.
Und bei diesen einzelnen Rubriken tauchen jeweils verschiedene homöopathische Mittel auf.
So beginnt sich nach und nach ein Bild zu entwickeln.
Ein Blick in mein Repertorium

Ein Blick ins Repertorium zeigt schnell: Hinter einem einzigen Symptom können zahlreiche mögliche Mittel stehen. Erbrechen ist deshalb für mich zunächst der Ausgangspunkt – nicht schon die fertige Antwort.
Wenn Du so eine Seite zum ersten Mal anschaust, kann sie durchaus etwas verwirrend wirken.
Überall Abkürzungen.
Unterschiedliche Schrift.
Manche Mittel fallen sofort ins Auge.
Andere kaum.
Aber genau darin steckt eine Menge Information.
Warum sind manche Mittel fett gedruckt?
Die unterschiedliche Schrift im Repertorium ist nicht zufällig.
Die Mittel werden innerhalb einer Rubrik unterschiedlich gewertet.
Je nach Repertorium wird diese Wertigkeit über das Schriftbild dargestellt.
Manche Mittel stehen eher unauffällig.
Andere sind stärker hervorgehoben.
Und besonders hoch bewertete Mittel können zum Beispiel fett gedruckt erscheinen.
Das bedeutet aber nicht:
Fett gedruckt = dieses Mittel muss ich nehmen.
Denn ich schaue nicht nur auf eine einzige Rubrik.
Interessant wird es erst, wenn ich mehrere Beobachtungen miteinander verbinde.
Welches Mittel taucht immer wieder auf?
Bei welchen Symptomen?
Wie ist es dort gewichtet?
Welche Mittel erscheinen nur einmal?
Welche zeigen sich bei mehreren für diesen Hund besonders auffälligen Merkmalen?
Und langsam bleiben vielleicht zwei oder drei Mittel übrig, die ich genauer anschauen möchte.
Und plötzlich versteht man Nux vomica ganz anders
Wenn Du im Repertorium rund um Magen und Verdauung suchst, begegnet Dir Nux vomica immer wieder.
Und genau deshalb ist es auch nachvollziehbar, dass dieses Mittel in vielen Ratgebern bei Magen-Darm-Problemen genannt wird.
Das ist nicht falsch.
Es ist nur noch nicht die ganze Geschichte.
Denn daneben stehen weitere Mittel.
Und plötzlich wird aus:
„Nux vomica ist das Mittel bei Erbrechen.“
eine viel interessantere Frage:
„Welche Merkmale sprechen dafür, dass Nux vomica bei genau diesem Hund passen könnte?“
Das ist für mich der Punkt, an dem Homöopathie richtig spannend wird.
Nach dem Repertorium kommt das Arzneimittelbild
Angenommen, Nux vomica taucht bei mehreren wichtigen Beobachtungen immer wieder auf.
Dann bin ich noch nicht fertig.
Jetzt möchte ich Nux vomica genauer kennenlernen.
Dafür nehme ich eine Arzneimittellehre beziehungsweise Materia Medica zur Hand.
Jetzt schaue ich nicht mehr nur:
Steht Nux vomica unter Erbrechen?
Sondern:
Wie sieht das gesamte Arzneimittelbild aus?
Welche Magenbeschwerden gehören dazu?
Welche Modalitäten?
Welche weiteren körperlichen Symptome?
Welche Besonderheiten?
Welches Verhalten?
Passt mein Hund auch dort hinein?
Oder habe ich mich vielleicht von einem einzelnen Symptom zu sehr auf dieses Mittel festgelegt?
Genau deshalb ergänzen sich Repertorium und Arzneimittellehre so gut.
Im Repertorium gehe ich vom Symptom zu möglichen Mitteln.
In der Arzneimittellehre gehe ich vom Mittel wieder zurück zum Gesamtbild.
Und dann vergleiche ich erneut mit meinem Hund.
Die Bücher, mit denen ich arbeite

Drei Bücher, die bei mir immer wieder auf dem Tisch landen: Boericke, das große Repertorium der Tierheilkunde und Kent.
Wenn Du jetzt selbst neugierig geworden bist, beginnt für mich eigentlich der schönste Teil.
Denn Du kannst diese Vorgehensweise selbst einmal nachvollziehen.
Nicht, indem Du sofort versuchst, eine Erkrankung auf eigene Faust zu behandeln.
Sondern indem Du anfängst zu verstehen:
Wie kommt man eigentlich von einem Symptom zu möglichen Mitteln?
Warum taucht Nux vomica immer wieder auf?
Welche anderen Mittel stehen daneben?
Und worin unterscheiden sie sich?
Genau dafür finde ich diese Bücher so spannend.
Das große Repertorium der Tierheilkunde – vom Hund aus denken
Das große Repertorium der Tierheilkunde von Richard H. Pitcairn und Wendy Jensen ist für mich besonders wertvoll, weil es direkt auf Tiere ausgerichtet ist.
Du gehst von dem aus, was Du an Deinem Tier beobachtest.
Du schlägst ein Symptom nach.
Dann vielleicht ein zweites.
Eine Besonderheit.
Eine Modalität.
Und plötzlich siehst Du:
Einige Mittel tauchen immer wieder auf.
Andere verschwinden aus Deiner engeren Auswahl.
Genau dadurch bekommt man ein Gefühl dafür, wie differenziert eine homöopathische Mittelwahl sein kann.
Wenn Du bisher hauptsächlich kleine Ratgeber kennst, in denen sinngemäß steht:
„Beschwerde X – Mittel Y“
ist so ein Repertorium fast wie eine neue Welt.
Man beginnt plötzlich selbst zu suchen.
Zu vergleichen.
Und Fragen zu stellen.
→ Hier kannst Du Dir das große Repertorium der Tierheilkunde ansehen.
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Kent – wenn Du noch tiefer repertorisieren möchtest
Das Repertorium der homöopathischen Arzneimittel von James Tyler Kent ist für mich eines der klassischen Arbeitsbücher.
Und Arbeitsbuch meine ich wirklich wörtlich.
Das ist kein Buch, das man gemütlich von vorne bis hinten liest.
Man schlägt nach.
Blättert.
Sucht Rubriken.
Vergleicht Abkürzungen.
Geht zurück.
Schaut noch einmal auf den Hund.
Und sucht weiter.
Genau das kann unglaublich spannend werden.
Denn mit jedem Nachschlagen erkennt man ein bisschen mehr, wie fein die Symptome unterschieden werden können.
Und irgendwann entsteht aus den vielen Abkürzungen tatsächlich ein System.
→ Hier kannst Du Dir Kents Repertorium ansehen.
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Boericke – wenn aus einem Namen ein Arzneimittelbild wird
Nach dem Repertorisieren möchte ich die Mittel, die übrig bleiben, genauer kennenlernen.
Und dafür greife ich unter anderem zu William Boerickes Arzneimittellehre.
Nehmen wir wieder Nux vomica.
Im Repertorium ist es zunächst eine Abkürzung unter verschiedenen Rubriken.
In der Arzneimittellehre wird daraus plötzlich ein viel umfassenderes Bild.
Magen.
Verdauung.
Modalitäten.
Begleitsymptome.
Weitere körperliche Bereiche.
Besonderheiten.
Jetzt kann ich prüfen:
Erkenne ich meinen Hund darin wieder?
Genau deshalb finde ich die Kombination aus Repertorium und Arzneimittellehre so wertvoll.
→ Hier kannst Du Dir Boerickes Arzneimittellehre ansehen.
Bei Amazon ansehen (Anzeige)
Vielleicht hast Du jetzt selbst Lust bekommen, einmal nachzuschlagen
Genau das wünsche ich mir eigentlich mit diesem Artikel.
Nicht, dass Du denkst:
„Jetzt brauche ich nur drei dicke Bücher und kann jede Erkrankung selbst behandeln.“
Sondern:
„Ach, so funktioniert das. Das möchte ich mir einmal genauer anschauen.“
Nimm ein Symptom, das Du von Deinem Hund kennst.
Schlag es nach.
Und schau einfach einmal, wie viele Mittel dort auftauchen.
Dann suche eine weitere Besonderheit.
Vielleicht einen bestimmten Zeitpunkt.
Vielleicht etwas, das die Beschwerden verbessert oder verschlechtert.
Und beobachte, wie sich die Auswahl verändert.
Vielleicht taucht Nux vomica immer wieder auf.
Vielleicht auch ein Mittel, von dem Du bisher noch nie gehört hast.
Und genau dann beginnt für mich die spannende Frage:
Warum?
Nach der Mittelgabe schaue ich wieder auf den Hund
Auch nach der Auswahl eines Mittels ist für mich nicht einfach Schluss.
Dann beginnt wieder das Beobachten.
Was verändert sich?
Nicht nur:
Ist das Erbrechen verschwunden?
Sondern auch:
Wie ist der Allgemeinzustand?
Ist der Hund wieder entspannter?
Frisst er?
Trinkt er?
Schläft er?
Kommt seine normale Energie zurück?
Verändert sich sein Verhalten?
Oder bleibt alles unverändert?
Genau dieses Beobachten habe ich über viele Jahre als sehr wertvoll erlebt.
Ein Mittel geben.
Dann nicht sofort hektisch das nächste hinterherschieben.
Sondern erst einmal sehen:
Was macht der Hund daraus?
„Wenn das Mittel falsch ist, passiert eben nichts“
Diesen Satz liest und hört man im Zusammenhang mit Homöopathie immer wieder.
Ich persönlich gehe damit vorsichtiger um.
Als Energetikerin betrachte ich alles, was wir einem Organismus zuführen, als einen Impuls, mit dem sich der Körper auseinandersetzen muss.
Das ist meine persönliche Sichtweise.
Deshalb passt es für mich nicht, einfach ein Mittel nach dem anderen auszuprobieren nach dem Motto:
Wenn dieses nicht passt, nehme ich eben das nächste.
Gerade weil ich mit Homöopathie bei meinen eigenen Hunden über viele Jahre gute persönliche Erfahrungen gemacht habe, möchte ich bewusst damit umgehen.
Nicht möglichst viel ausprobieren.
Sondern möglichst genau hinsehen.
Trotzdem gibt es Mittel, die bei uns immer griffbereit sind
So individuell die Mittelwahl auch sein kann: Natürlich gibt es homöopathische Mittel, die sich über viele Jahre immer wieder bewährt haben und deshalb bei uns einen festen Platz in der Hausapotheke haben.
Dazu gehören zum Beispiel Nux vomica, Arnica, Euphrasia oder Rhus toxicodendron.
Ich sehe sie nicht als starre „Standardlösung“ für jedes Symptom.
Aber es sind Mittel, die ich gut kenne, deren Arzneimittelbilder mir vertraut sind und mit denen ich bei meinen eigenen Hunden immer wieder Erfahrungen gesammelt habe.
Je länger man mit bestimmten Mitteln arbeitet, desto schneller erkennt man manchmal auch Situationen wieder, in denen eines davon gut passen könnte.
Und genau deshalb finde ich eine kleine, gut ausgewählte homöopathische Hausapotheke sehr praktisch.
Welche Mittel bei uns seit Jahren nicht fehlen dürfen, zeige ich Dir hier:
→ Unsere homöopathische Hausapotheke für Hunde
Und trotzdem bleibt Nux vomica bei uns im Schrank
Nach all dem könnte man fast denken, ich würde bei Maja erst einmal Kent, Boericke und das Tier-Repertorium aus dem Regal holen, wenn sie wieder eine Lasagne klaut.
Natürlich nicht. 😄
Erfahrung spielt ebenfalls eine Rolle.
Ich kenne Maja.
Ich kenne ihre typischen Reaktionen.
Und ich habe Nux vomica bei ihr in bestimmten Situationen mehrfach eingesetzt und damit persönlich gute Erfahrungen gemacht.
Je länger man seinen eigenen Hund begleitet, desto mehr erkennt man natürlich wieder.
Und manchmal kommt dann eben sofort dieses Gefühl:
„Nux vomica könnte hier wieder passen.“
Das widerspricht für mich nicht dem Repertorisieren.
Es ist vielmehr das Ergebnis aus Erfahrung, Wissen und Beobachtung.
🐾 Maja denkt:
„Gut. Dann wäre das geklärt. Aber die Lasagne war trotzdem lecker.“

Mein Fazit
Homöopathie für Hunde ist für mich viel spannender als die Frage:
„Was gibt man bei …?“
Natürlich können solche Übersichten eine erste Orientierung sein.
Auch meine Einzelmittel-Artikel sollen genau das tun.
Aber wenn man etwas tiefer einsteigt, entdeckt man dahinter sehr viel mehr.
Beobachten.
Symptome unterscheiden.
Zusammenhänge erkennen.
Repertorisieren.
Mittel vergleichen.
Arzneimittelbilder nachlesen.
Das eigene Gespür entwickeln.
Und danach wieder auf den Hund schauen.
Vielleicht ist genau deshalb meine Sammlung an Homöopathie-Büchern über die Jahre immer größer geworden.
Nicht weil ich möglichst viele Bücher besitzen möchte.
Sondern weil ich es bis heute spannend finde, Zusammenhänge zu entdecken.
Und vielleicht bekommst Du beim nächsten Satz
„Nux vomica bei Erbrechen“
ebenfalls Lust, noch eine Frage dahinterzusetzen:
„Warum gerade Nux vomica – und passt es auch wirklich zu meinem Hund?“
Denn genau dort beginnt für mich die eigentliche Beschäftigung mit Homöopathie.
Hinweis: Die beschriebenen Anwendungen und Erfahrungen beziehen sich auf meinen persönlichen Umgang mit Homöopathie und meine eigenen Hunde. Die Wirksamkeit homöopathischer Mittel über Placeboeffekte hinaus ist wissenschaftlich nicht belegt. Homöopathie ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder notwendige Behandlung. Bei akuten, starken, unklaren oder anhaltenden Beschwerden sollte ein Hund tierärztlich untersucht werden.
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