Es gibt Menschen, die brauchen keinen eigenen Hund, um ein echtes Hundeherz zu haben.
Meine Freundin Sonja ist so ein Mensch.
Wir sind mittlerweile seit über über 30 Jahren befreundet.
Und sie hat in dieser Zeit eigentlich alle meine Hunde miterlebt.
Sie hatte selbst nie einen eigenen Hund.
Aber sie liebt sie.
Und Maja und Elina?
Die haben sie sowieso längst adoptiert.
Für die beiden ist sie nicht einfach Sonja.
Sie ist:
Tante Sonja.
Und wenn Tante Sonja kommt, ist die Freude groß.
Sehr groß.
Manche Menschen werden einfach von Hunden ausgesucht
Ich glaube, Hunde merken ziemlich schnell, wenn jemand sie wirklich mag.
Nicht nur so ein bisschen.
Sondern richtig.
Sonja gehört eindeutig in diese Kategorie.
Wenn sie zur Tür hereinkommt, ist sofort Bewegung im Haus.
Maja freut sich.
Elina freut sich.
Und ich weiß eigentlich schon:
Jetzt dauert es nicht lange, bis irgendetwas durchs Wohnzimmer fliegt.
Denn Sonja kommt selten einfach nur so.
Meistens hat sie irgendeine kleine Überraschung dabei.
Mal ein Stück Apfel.
Mal Banane.
Mal ein paar Leckerchen.
Und manchmal etwas, das bei meinen beiden fast noch besser ankommt:
einen Eierkarton.
Eierkartons sind bei uns keine Verpackung
Andere Menschen werfen leere Eierkartons ins Altpapier.
Sonja sammelt sie für meine Hunde.
Das sagt eigentlich schon alles.
Wenn sie kommt, hat sie manchmal ein paar Leckerchen in die einzelnen Mulden gelegt.
Dann wird der Karton geschlossen.
Und Maja und Elina dürfen loslegen.
Was dann passiert, lässt sich ungefähr so zusammenfassen:
Ein Eierkarton.
Zwei Labradore.
Zehn Sekunden.
Und mein Wohnzimmer sieht aus wie ein kleiner Truppenübungsplatz.
Pappe überall.
Leckerchen weg.
Hunde glücklich.
Ich stehe daneben und denke:
Ja gut. Das räume ich später weg.
🐾 Maja denkt:
„Das war zu einfach.“
🐾 Elina denkt:
„Gibt es noch einen?“

Auch Küchenrollen haben bei Tante Sonja ein zweites Leben
Sonja ist da inzwischen ziemlich kreativ.
Auch die Papphülsen von Küchenrollen wandern nicht automatisch ins Altpapier.
Manchmal steckt sie ein paar Leckerchen hinein.
Dann werden die Enden umgeknickt.
Und daraus wird ein kleines Beschäftigungsspiel.
Maja und Elina dürfen die Rolle auseinandernehmen und sich ihre Leckerchen erarbeiten.
Und ja:
Dabei darf Papier ausdrücklich zerrupft werden.
Meine beiden fressen die Pappe nicht.
Trotzdem bleibe ich dabei und achte darauf, dass niemand auf die Idee kommt, größere Stücke herunterzuschlucken.
Denn aus „Ich reiße das nur auseinander“ kann bei einem Labrador theoretisch auch sehr schnell „Ach, kann man bestimmt essen“ werden.
Deshalb gibt es solche Pappspiele bei uns immer unter Aufsicht.
Papier zerreißen dürfen die beiden bei uns übrigens nicht nur bei Eierkartons und Küchenrollen.
Auch an Weihnachten wird beim Auspacken gern mitgeholfen.
👉 So sieht Weihnachten mit Maja und Elina bei uns aus.
Maja und Tante Sonja haben ihr eigenes Begrüßungsritual
Was ich besonders schön finde:
Maja und Sonja haben über die Jahre ihr ganz eigenes Begrüßungsritual entwickelt.
Sonja kommt rein.
Irgendwann setzt sie sich auf einen Stuhl.
Und dann darf Maja auf den Schoß.
Ja.
Maja.
Labrador.
Nicht ganz klein.
Aber in diesem Moment offenbar vollkommen überzeugt davon, dass sie exakt die richtige Größe für einen Schoßhund hat.
Dann wird erst einmal gekuschelt.
Ausgiebig.
Und ich glaube, beide finden, dass dieses Ritual auf keinen Fall verändert werden darf.
🐾 Maja denkt:
„Das ist mein Platz.“
Und ganz offensichtlich stimmt das auch.

Und Elina?
Elina begrüßt Menschen natürlich auf ihre Art.
Sie bringt Dinge.
Viele Dinge.
Eigentlich alles, was gerade vor ihrer Nase liegt.
Ein Kissen.
Einen Schuh.
Einen Ball.
Vielleicht noch etwas, von dem niemand wusste, dass es überhaupt im Raum lag.
Das ist einfach Elina.
Sie möchte beschäftigen.
Sie möchte zeigen.
Sie möchte mitmachen.
Und vermutlich denkt sie bei jedem Gegenstand:
Den könnte Sonja jetzt bestimmt brauchen.
🐾 Elina denkt:
„Ich habe Dir etwas mitgebracht.“
Sonja:
„Danke.“
Elina:
„Hier noch eins.“

Darf ein Hund Besuch eigentlich so begrüßen?
Ich weiß:
Der eine oder andere Hundetrainer würde wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn Maja auf Sonjas Schoß klettert oder Elina zur Begrüßung erst einmal Schuhe, Kissen und Bälle anschleppt.
Aber ganz ehrlich?
Wenn meine Hunde sich freuen, Sonja das genauso schön findet und niemand dabei gestresst ist, finde ich das völlig in Ordnung.
Für mich muss nicht jede Begrüßung aussehen wie aus einem Trainingsbuch.
Wichtig ist mir etwas anderes:
Die Hunde müssen auch wieder aufhören können.
Wenn ich sage, dass jetzt Ruhe ist, dann sollte das funktionieren.
Sie müssen sich zurücknehmen können.
Und wenn nötig, auch auf ihre Decke gehen.
Genau diese Mischung finde ich im Alltag wichtig.
Freude darf sein.
Begeisterung auch.
Aber sie sollte steuerbar bleiben.
Bei Tante Sonja dürfen Maja und Elina deshalb ruhig ein bisschen mehr aus sich herauskommen.
Denn inzwischen gehört dieses Begrüßungschaos fast schon zu unseren gemeinsamen Ritualen.
Hunde merken sich Menschen
Das finde ich an solchen Begegnungen immer wieder schön.
Hunde merken sich nicht nur Orte.
Sie merken sich Menschen.
Ihre Stimme.
Ihre Art.
Ihre Rituale.
Und offenbar auch ziemlich genau, wer zuverlässig mit Leckerchen, Obst oder einem gut gefüllten Eierkarton auftaucht.
Aber ich glaube nicht, dass es nur darum geht.
Maja und Elina freuen sich einfach auf Sonja.
Auf ihre Nähe.
Auf die Aufmerksamkeit.
Auf das Kuscheln.
Auf das gemeinsame Quatschmachen.
Und genau deshalb gehört sie für die beiden längst zur Familie.
Einfache Beschäftigung muss gar nicht viel kosten
Was ich an den Eierkartons und Papprollen besonders mag:
Man braucht dafür kein teures Hundespielzeug.
Viele einfache Dinge aus dem Alltag können für Hunde spannend sein.
Ein paar Leckerchen.
Ein bisschen Pappe.
Etwas zum Schnüffeln.
Etwas zum Zerlegen.
Und schon sind die Hunde eine Weile beschäftigt.
Natürlich muss man immer schauen, was zum eigenen Hund passt.
Ein Hund, der Pappe sofort frisst, sollte natürlich kein solches Spiel bekommen.
Bei Maja und Elina funktioniert es gut.
Sie zerreißen.
Sie suchen.
Sie finden.
Und hinterher sieht es aus, als hätte irgendwo eine sehr kleine Papp-Explosion stattgefunden.
Aber genau deshalb besitzen wir schließlich Staubsauger. 😄
Wenn Tante Sonja kommt
Dann weiß ich eigentlich schon vorher, wie der Besuch ungefähr ablaufen wird.
Maja wird kuscheln wollen.
Elina wird Dinge bringen.
Irgendwo taucht wahrscheinlich ein Eierkarton auf.
Und spätestens danach liegt Pappe im Wohnzimmer.
Aber ganz ehrlich?
Genau so mag ich es.
Denn am Ende sind es genau diese kleinen Geschichten, an die man sich erinnert.
Nicht die perfekt aufgeräumten Nachmittage.
Sondern die mit zwei glücklichen Hunden.
Einer Freundin, die seit Jahrzehnten dazugehört.
Und einem Wohnzimmer, das für ein paar Minuten aussieht, als hätte dort jemand einen Eierkarton gesprengt.
🐾 Maja denkt:
„Wann kommt Tante Sonja wieder?“
🐾 Elina denkt:
„Ich hätte da noch einen Schuh für sie.“

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