Oder: Was mir meine eigenständige Labradorhündin beigebracht hat.
Manche Hunde möchten gefallen.
Und manche…
…denken erst einmal selbst nach.
🐾 Elina gehört eindeutig zur ersten Kategorie.
Sie möchte gefallen.
Eigentlich immer.
Jeden Tag.
Jede Minute.
Manchmal habe ich das Gefühl, sie fragt schon mit ihren Blicken:
„Was kann ich jetzt für Dich tun?“
Genau deshalb passt der Begriff „Will to please“ so wunderbar zu ihr.
👉 Wie Elina den berühmten Will to please jeden Tag lebt, erzähle ich in diesem Beitrag.
🐾 Und dann gibt es Maja.
Maja liebt ihre Menschen über alles.
Aber wenn sie eine eigene Idee hat…
…dann verfolgt sie diese manchmal mit einer erstaunlichen Konsequenz.
Nicht aus Trotz.
Nicht, weil sie nicht hört.
Sondern weil sie schon immer ihren ganz eigenen Kopf hatte.
Und genau das liebe ich an ihr.
Maja war schon immer ein kleiner Freigeist
Schon als Welpe war Maja voller Energie.
Neugierig.
Lebensfroh.
Für jedes Abenteuer zu haben.
Und manchmal kam sie auf Ideen, auf die vermutlich nur ein Labrador kommen kann.
Mitten in der Nacht beschloss sie einmal, unsere Zimmerpflanze genauer zu untersuchen.
Ein anderes Mal fand sie, dass Schuhe vielleicht doch nicht nur zum Anziehen da sind.
🐾 Maja denkt:
„Man weiß schließlich nie, was sich darin versteckt.“
Sie war nie ein Hund, der einfach nur hinterherlief.
Sie dachte mit.
Und manchmal eben auch anders als ich.
Dann kam die Pubertät
Während der Pubertät wurde diese Seite plötzlich deutlich stärker.
Wenn Maja etwas nicht gefiel…
…machte sie kurzerhand ihr eigenes Ding.
Sie zog phasenweise an der Leine.
Sie hörte manchmal einfach nicht.
Und wenn sie ohne Leine unterwegs war, konnte es durchaus passieren, dass sie beschloss:
„Heute gehen wir hier entlang.“
Nicht ständig.
Aber immer wieder.
Und ehrlich gesagt brachte mich das manchmal ganz schön zum Nachdenken.
Denn eigentlich konnte sie all das.
Sie wusste genau, was ich von ihr wollte.
Aber manchmal schien sie innerlich einfach nicht mehr bei uns zu sein.
Ich fragte mich oft:
„Was mache ich nur?“
Ich suchte nach einer Lösung
Natürlich probierten wir vieles.
Ein bisschen mehr Training.
Mehr Beschäftigung.
Mehr Konsequenz.
Doch tief in meinem Bauch hatte ich das Gefühl:
Das ist es nicht.
Denn Maja konnte all das.
Sie war nicht unsicher.
Nicht überfordert.
Und sie war auch kein Hund, der grundsätzlich nicht hören wollte.
Es fühlte sich einfach anders an.
Die Idee der Maja-Mama-Tage
Eines Tages entstand ein Gedanke.
Was wäre eigentlich, wenn Maja gar nicht mehr Beschäftigung braucht…
…sondern einfach mehr Zeit nur mit mir?
Also begannen unsere Maja-Mama-Tage.
Tage, an denen wir ganz bewusst etwas nur zu zweit unternahmen.
Ein Spaziergang.
Ein gemeinsames Abenteuer.
Einfach Zeit.
Ohne Ziel.
Ohne Training.
Ohne Erwartungen.
Nur wir beide.
Dabei liebt Maja Elina über alles
Vielleicht klingt das im ersten Moment widersprüchlich.
Denn Maja und Elina sind ein tolles Team.
Sie spielen zusammen.
Sie kuscheln miteinander.
Sie schlafen oft gemeinsam in einem Körbchen.
Und trotzdem wurde mir klar:
Auch Hunde, die sich von Herzen lieben, brauchen manchmal ihren Menschen ganz für sich allein.
Während Maja ihre Mama-Zeit genießt, fährt Elina regelmäßig zu Oma und Opa.
Dort ist sie der absolute Enkelhund.
Sie wird verwöhnt.
Bekommt ganz viel Aufmerksamkeit.
Und genießt jede Minute.
Heute glaube ich, dass beide genau diese besondere Zeit brauchen.
Jede auf ihre eigene Weise.
Und dann passierte etwas, womit ich nicht gerechnet hatte
Es war tatsächlich, als würde jemand einen Schalter umlegen.
Nach unseren Maja-Mama-Tagen war sie plötzlich wieder…
…ganz bei uns.
Aufmerksam.
Kooperativ.
Ansprechbar.
Nicht perfekt.
Denn natürlich blieb sie Maja.
Wenn sie eine eigene Idee hatte, hatte sie auch weiterhin eine eigene Idee.
Aber diese Phasen, in denen sie scheinbar auf Durchzug schaltete, waren verschwunden.
Damals dachte ich zuerst:
„Die Pubertät ist vorbei.“
Doch irgendwann merkte ich:
Nein.
Denn auch später gab es hin und wieder solche Phasen.
Nicht oft.
Aber immer mal wieder.
Und jedes Mal passierte genau das Gleiche.
Wir verbrachten bewusst Zeit nur miteinander.
Und kurze Zeit später war Maja wieder ganz bei uns.
Als hätte sie einfach sagen wollen:
„Mama… ich brauche Dich gerade einfach mal für mich allein.“
Was ich daraus gelernt habe
Diese Erfahrung hat meinen Blick auf Hunde verändert.
Manchmal versuchen wir, Verhalten zu verändern.
Dabei braucht unser Hund vielleicht gar kein neues Training.
Vielleicht braucht er einfach mehr Verbindung.
Mehr gemeinsame Zeit.
Mehr Aufmerksamkeit.
Nicht als Belohnung.
Nicht, weil er etwas falsch gemacht hat.
Sondern weil Beziehungen gepflegt werden möchten.
Unsere Maja-Mama-Tage gibt es bis heute
Heute gehören sie ganz selbstverständlich zu unserem Leben.
Nicht, weil Maja Probleme macht.
Sondern weil sie uns beiden guttun.
Und weil ich weiß, wie wichtig diese gemeinsame Zeit für uns ist.
🐾 Maja denkt:
„Heute gehört meine Mama nur mir.“
🐾 Elina denkt:
„Kein Problem… ich fahre solange zu Oma und Opa. Dort bin ich schließlich der Enkelhund.“ ❤️
Die Maja-Mama-Tage haben Maja nicht verändert.
Sie haben unsere Verbindung verändert.
Maja blieb genau der Hund, der sie immer war – liebevoll, eigenständig und manchmal fest davon überzeugt, dass alles, was erreichbar ist, eigentlich ihr gehört.
👉 Die Butter-Geschichte ist dafür wahrscheinlich das beste Beispiel.
Mein Fazit
Maja hat mir etwas sehr Wertvolles beigebracht.
Eigenständig zu sein bedeutet nicht, weniger verbunden zu sein.
Im Gegenteil.
Gerade Hunde mit einem eigenen Kopf brauchen manchmal einfach das Gefühl:
„Heute geht es nur um uns beide.“
Heute ist Maja immer noch meine kleine Entfesselungskünstlerin.
Immer noch voller eigener Ideen.
Und manchmal entscheidet sie auch heute noch, dass ihr Plan gerade besser ist als meiner.
Und weißt Du was?
Ich lächle inzwischen darüber.
Denn ich habe gelernt:
Manche Hunde möchten gefallen.
Andere möchten verstanden werden.
Und manchmal brauchen sie dafür gar kein neues Training.
Sondern einfach nur Zeit.
Zeit mit ihrem Menschen.
Und genau deshalb wird es unsere Maja-Mama-Tage wohl immer geben. 🤎
👉 Maja war übrigens schon als Welpe eine kleine Entfesselungskünstlerin. Warum sie heute ein Panikgeschirr trägt und wie sie sich früher regelmäßig aus ihrem Geschirr befreit hat, erzähle ich in diesem Beitrag.

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