Zwischen Anfang Mai und Ende Juni ist Rehkitz-Zeit. In dieser Zeit werden viele junge Rehkitze geboren und von ihren Müttern gut versteckt im hohen Gras abgelegt. Gerade beim Spaziergang mit Hund ist jetzt besondere Rücksicht wichtig.
Viele Hundebesitzer fragen sich:
👉 Muss mein Hund jetzt an die Leine?
👉 Wie verhalte ich mich im Wald richtig?
👉 Was tun, wenn ich ein Rehkitz entdecke?
Für mich beginnt es mit etwas ganz Einfachem:
👉 mit Achtsamkeit.
Wenn der Wald Kinderstube ist
In dieser Zeit ist der Wald – und auch viele Wiesen – voller Leben.
Junge Rehkitze liegen oft regungslos im Gras.
Ganz still.
Fast unsichtbar.
Sie sind in den ersten Tagen noch sehr geruchsarm,
damit sie von Feinden möglichst nicht wahrgenommen werden.
Was für uns nach „da ist nichts“ aussieht,
kann also längst ein geschützter Liegeplatz sein.
Und genau deshalb gehe ich in dieser Zeit etwas anders spazieren.
Meine Hunde jagen nicht – und trotzdem leine ich an
Maja und Elina jagen nicht.
Trotzdem leine ich sie an,
wenn ich Rehe sehe
oder wir an unübersichtlichen Wiesen entlanglaufen.
Nicht aus Misstrauen meinen Hunden gegenüber.
Sondern aus Respekt vor dem,
was dort lebt.
🐾 Maja denkt:
„Ich wollte sowieso nur schnüffeln.“
🐾 Elina denkt:
„Ich hätte das Gelände kontrolliert.“
Was ich vor dem Spaziergang manchmal mache
Das klingt vielleicht ungewöhnlich.
Aber ich habe mir angewöhnt,
bevor ich den Wald betrete,
kurz innezuhalten.
Einmal bewusst atmen.
Und in Gedanken die Wesen dieses Ortes zu begrüßen.
So etwas wie:
„Hallo, wir freuen uns, hier sein zu dürfen.
Wir möchten den Wald genießen und niemanden stören.
Habt keine Sorge – wir gehen friedlich unseren Weg.“
Nicht perfekt formuliert.
Nicht kompliziert.
Einfach ehrlich.
Warum ich das schön finde
Vielleicht verändert es nicht den ganzen Wald.
Aber es verändert mich.
Ich werde ruhiger.
Achtsamer.
Präsenter.
Meine innere Haltung verändert sich –
und das strahlt ganz automatisch nach außen.
Tiere spüren oft sehr fein,
mit welcher Energie wir unterwegs sind.
Ob wir hektisch sind.
Angespannt.
Oder ruhig und verbunden.
Und genau das merke ich auch bei meinen Hunden.
Wenn ich bewusst und klar unterwegs bin,
laufen unsere Spaziergänge oft ganz anders.
Weniger hektisch.
Mehr verbunden.
Mehr Miteinander.
🐾 Maja denkt:
„Sie ist heute angenehm sortiert.“
🐾 Elina denkt:
„Das Rudel ist deutlich harmonischer.“
Wenn du ein Rehkitz findest
Ganz wichtig:
👉 Nicht anfassen
👉 Nicht mitnehmen
👉 Abstand halten
👉 Hund sofort anleinen
Die Mutter ist oft in der Nähe
und kommt zurück, sobald wieder Ruhe ist.
Auch wenn ein Rehkitz allein wirkt,
ist es meist nicht verlassen.
Wir betreten Lebensraum
Wir betreten beim Spaziergang nicht einfach „unsere Runde“.
Wir betreten Lebensraum.
Das hilft mir, anders zu schauen.
Nicht nur:
👉 Wo kann mein Hund laufen?
Sondern auch:
👉 Wer lebt hier eigentlich noch?
Deshalb ist mir Waldschutz auch persönlich wichtig
Mir ist es wichtig, achtsam mit allen Lebensformen umzugehen.
Nicht nur im Alltag mit meinen Hunden –
sondern auch darüber hinaus.
Deshalb bin ich Mitglied im Verein Living Forest.
Dort haben sich ganz unterschiedliche Menschen zusammengefunden,
um Wälder zu schützen, lebendig zu erhalten
und ihnen wieder mehr Raum zu geben, sich natürlich zu entwickeln.
Statt Wälder nur zu bewirtschaften,
geht es darum, sie wirken zu lassen.
Mit heimischen Baumarten,
mit natürlichen Prozessen
und mit der Unterstützung der Tiere,
die oft genau wissen, was zu tun ist.
Zum Beispiel Eichhörnchen, Eichelhäher
und viele andere Waldbewohner.
Das berührt mich sehr.
Denn oft gestaltet die Natur vieles besser,
als wir Menschen es könnten.
👉 Wenn du mehr darüber erfahren oder selbst unterstützen möchtest,
schau dir gerne den Verein Living Forest an.
Unsere Sicht
Rehkitz-Zeit erinnert mich jedes Jahr daran:
Natur ist nicht nur Kulisse.
Sie lebt.
Und wir dürfen ein Stück mit hinein.
Wenn wir achtsam gehen,
wird aus einem normalen Spaziergang oft etwas sehr Besonderes.
🐾 Maja denkt:
„Ich nehme trotzdem etwas Matsch mit.“
🐾 Elina denkt:
„Ich habe dem Wald bereits Bescheid gesagt.“

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