Maja war noch jung.
Voller Energie.
Voller Neugier.
Und immer bereit für das nächste Abenteuer.
Wasser war damals schon ihr Highlight.
Pfützen.
Matsch.
Alles, was irgendwie nach „rein da“ aussah.
Es war ein kalter Nachmittag im Februar.
Wir waren im Wald unterwegs,
an einer Stelle, die ich gut kannte.
Im Spätsommer war dort einfach eine Senke gewesen.
Trocken. Sicher.
Ein Ort, an dem Maja immer voller Freude
den Hügel runter und wieder hochgelaufen war.
An diesem Tag war es anders.
Es hatte geschneit.
Und über die Wochen hatte sich Wasser gesammelt.
Ich stand oben am Rand und sah zu,
wie Maja unten am Rand der Mulde spielte.
Sie planschte.
Sprang.
Wurde mutiger.
Schritt für Schritt weiter in die Mitte.
🐾 Maja denkt:
Da geht noch mehr.
Und dann änderte sich alles.
Plötzlich merkte ich,
dass der Boden unter ihr nachgab.
Sie bekam keinen Halt mehr.
Versank im Matsch.
Versuchte sich rauszukämpfen.
Ich rief sie.
„Maja, komm!“
Aber sie kam nicht mehr hoch.
In solchen Momenten denkst du nicht lange.
Du handelst.
Ich bin runter in die Senke.
Zu ihr.
Ein paar Schritte.
Und dann passierte es.
Der Boden gab auch unter mir nach.
Ich versank.
Bis zu den Hüften im Morast.
Eisig kalt.
Schwer.
Und mit jedem Schritt ging ich tiefer.
Ich blieb kurz stehen.
Versuchte ruhig zu bleiben.
Zu überlegen.
Wie kommen wir hier wieder raus?
Ich rief Maja immer wieder zu mir.
Versuchte, sie näher zu locken.
Irgendwann kam ich nah genug ran,
packte sie am Geschirr
und zog sie zu mir.
Dann musste ich uns beide da rausbekommen.
Ich schob sie mit aller Kraft Richtung Rand.
Zentimeter für Zentimeter.
Bis sie endlich festen Boden unter den Pfoten hatte.
Und ich?
Ich kämpfte mich hinterher.
Fast auf allen Vieren.
Durch Schlamm, Wasser, Blätter.
Bis ich es auch geschafft hatte.
Wir standen da.
Völlig verdreckt.
Durchnässt.
Und einfach nur erleichtert.
Selbst Maja war plötzlich still.
Fast ein bisschen beeindruckt von dem,
was gerade passiert war.
Ich leinte sie an
und wir gingen direkt zum Auto.
Zum Glück hatte ich Handtücher dabei.
Erst Maja.
Dann ich – so gut es eben ging.
Und dann nur noch nach Hause.
Erst danach wurde mir klar, wie gefährlich das war
In dem Moment funktioniert man einfach.
Aber im Nachhinein…
wurde mir bewusst,
wie schnell so etwas ernst werden kann.
Ein Ort, der immer sicher war,
hat sich verändert.
Unauffällig.
Still.
Aber gefährlich.
Eine Zeit lang bin ich dort nicht mehr spazieren gegangen.
Erst viel später wieder.
Und Maja?
Die hatte ihre eigene Meinung dazu.
Sie machte sofort wieder Anstalten,
in die Senke zu laufen.
🐾 Maja denkt:
War doch gar nicht so schlimm.
Und ich dachte nur:
Hat sie wirklich nichts daraus gelernt?
Aber wenn ich ehrlich bin…
Ich kenne sie.
Und ich glaube, sie denkt:
👉 „Egal was passiert – Mama holt mich da wieder raus.“
Warum ich dir das erzähle
Weil es genau diese Momente sind,
die man nicht kommen sieht.
Die Natur verändert sich.
Was gestern noch sicher war,
kann heute plötzlich gefährlich sein.
👉 Achte auf solche Stellen.
👉 Verlass dich nicht darauf, dass alles gleich bleibt.
Und im Zweifel:
Lieber einmal mehr hinschauen.
Oder einen Schritt zurückgehen.
Ist dir sowas auch schonmal passiert?

Hinterlasse einen Kommentar